Ihre Namen stehen stellvertretend auch für andere Heimatfreunde, die in gediegenen Beiträgen ihre erzählerischen Fähigkeiten unter Beweis stellten.
Den Herausgebern und ihren Mitarbeitern gebührt unser inniger Dank!
Der Schlaggenwalder Heimatbrief ist uns zu einem selbstverständlichen Begriff geworden und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Er steht inhaltlich fernab der Sensationen kurzlebiger Tagesnachrichten. In ihm werden Ereignisse gemeldet und Namen genannt, die sich nicht für das Rampenlicht der Öffentlichkeit eignen. Hier finden Erfolge, Jubiläen und Sterbefälle von Bekannten und Freunden Aufnahme, mit denen wir einmal in der Gemeinschaft eines kleinen, überschaubaren Lebensraumes verbunden waren. Er kommt als „Brief" zu uns ins Haus und ist nur für einen kleineren, im voraus bestimmten Leserkreis vorgesehen. Er unterscheidet sich so von anderen Produkten der Presse, die sich mit hohen Auflagen an eine anonyme Allgemeinheit zu wenden pflegen.
Tageszeitungen und Illustrierten als übliche Übermittler flüchtiger und allzu rasch vergessener Ereignisse ist nur ein kurzes Interesse beschieden. Heimatbriefe hingegen werden sehnsüchtig erwartet, gern und immer wieder gelesen – und aufgehoben. Sie stellen zeitlose Dokumente dar und geben uns Kunde aus einer bewegten Zeit. Sie besitzen ebenso archivarischen Wert und sollten als liebgewordene, verbindende Heimatboten in unserer Mitte bleiben.
Es hat ganz besonderen Reiz, in früheren Heimatbriefen zu blättern und zu lesen. Wir fühlen die Heimat, die aus ihnen spricht. Daher wird der Inhalt dieser Hefte für uns nicht veralten. Dem aufmerksamen Leser wird dabei nicht entgehen, daß aus den Berichten und Schilderungen, selbst aus den Gedichten der ersten Jahrgänge die feste Zuversicht auf eine Rückkehr in die alte Heimat in nächster Zukunft spricht.
Ihr Bild lebte noch frisch in der Erinnerung, und das Elend der ersten Jahre in der Fremde ließ es uns noch lieblicher und verlockender erscheinen. Diese elementare Sehnsucht fand daher auch im Heimatbrief immer wieder ihren Niederschlag. Doch die Zeit blieb nicht stehen.
Die Gleichgültigkeit der großen Politik gegenüber dem Verbrechen der Vertreibung trübte die Aussichten auf Heimkehr mehr und mehr. Die Verbesserung der Lebensbedingungen, der in harter Arbeit erreichte Wohlstand und das Wegsterben der älteren Generation ließen den Ruf nach Rückkehr leiser werden. Man vergaß die alte Heimat nicht und blieb der früheren Gemeinschaft in Treue verbunden, erkannte aber klar und nüchtern, daß unter den bestehenden politischen Verhältnissen ihre Rückgabe in absehbarer Zeit nicht erreicht werden konnte. Es galt, sich der veränderten Lage anzupassen, ohne auf den Anspruch zu verzichten. So verschwanden auch im Heimatbrief die verheißungsvollen Hinweise auf die Heimkehr ins Egerland. Denn es wäre unredlich gewesen, in den Landsleuten falsche und unerfüllbare Hoffnungen wachzuhalten.
Die Lösung dieser Frage bleibt der Zukunft vorbehalten und der Heimatbrief dazu eine mahnende Stimme.
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