Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Vyhnání z domova

Die Vertreibung aus der Heimat
Der traurigste Abschnitt unserer Heimatgeschichte, das furchtbare Geschehen der Jahre 1945/46, soll noch einmal zeigen, was die Bewohner vor ihrer Vertreibung erlebten und wie sie ihre angestammte Heimat verlassen mußten. Obwohl diese Zeit schon einige Jahrzehnte zurückliegt, dürfen wir sie im Interesse der Wahrheit nicht vergessen.

Vor allem unseren Nachkommen darf nicht vorenthalten bleiben, welches Unrecht ihren Vorfahren widerfuhr und welchen Leidensweg sie gingen. Der Bericht ist Anklage und Mahnung zugleich.

Die Zeit ab Mai 1945

Als am Morgen des 7. Mai 1945 amerikanische Truppen unsere Stadt kampflos besetzten, war für die Bevölkerung der 2. Weltkrieg zu Ende. Zur Betroffenheit über die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht traten Unruhe und die Ungewißheit über unsere Zukunft.

Die Amerikaner richteten in den Hotels „Zum Roten Ochsen" und „Bahnhof" ihre Standortverwaltung ein, und ihr Stadtkommandant verkündete das Standrecht und forderte die Einwohner auf, militärische Ausrüstung, wie Waffen und Munition, ferner Fotoapparate und Ferngläser abzugeben, die Ausgangssperre von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh zu beachten und im übrigen der gewohnten Arbeit nachzugehen.

Das Restaurant Reinhold diente ihnen als Feldküche, die Mädchenschule als Kaserne, andere Soldaten (GI) waren auch in Privatwohnungen untergebracht. Anders die entwaffneten deutschen Soldaten, die aus zurückweichenden Truppenverbänden stammten. Sie lagerten zu Hunderten als Gefangene auf den Feldern an der Neuen Straße bis zur Gfeller Höhe und in der Sicherloh ohne Zelte und Verpflegung im Freien, während die Verwundeten in der Knabenschule als Notlazarett eine erste, wenn auch dürftige Versorgung erhielten. Wir Einheimischen brachten, obwohl wir selbst nicht viel besaßen, unseren Soldaten trockenes Brot, Kartoffeln, eimerweise Suppe und ungesüßten Kaffee oder Tee, denn Zucker gab es keinen.

Im übrigen war der ganze Ort mit Evakuierten und Flüchtlingen aus Berlin, Danzig und Schlesien vollgestopft, die vor dem Bombenkrieg und den anrückenden Russen geflohen waren.

Überall im Gelände standen demolierte Wehrmachtsautos, auf Äckern, Wiesen und in Gräben lagen Feldfernsprecher, Stahlhelme, Gasmasken, Gewehre, Munition, Panzerfäuste und andere Sprengkörper, die später einigen Landsleuten zum Verhängnis werden sollten.

Während die französischen Kriegsgefangenen nach ihrer Befreiung sich uns gegenüber anständig verhielten, begannen die ehemaligen polnischen und russischen Zwangsarbeiter zu plündern. Daneben versuchten tschechische Nationalisten, Angehörige sog. „Revolutionsgarden", als „Kommissare" aufzutrumpfen und Machtbefugnisse auszuüben. Die einen liefen in SA-ähnlichen Uniformen herum und trugen Armbinden mit dem Aufdruck „Národní výbor" (Nationalausschuß), andere – wie der gefürchtete, vierschrötige Gewaltmensch „Tiger" – gefielen sich in einer Montur der englischen Legion. Aber noch war die amerikanische Besatzung da, und die Tschechen trauten sich noch nicht so recht, ihrer Willkür freien Lauf zu lassen.

Berichte über Greueltaten an wehrlosen Deutschen im Innern des Landes verbreiteten Entsetzen. Die Menschen klammerten sich an Gerüchte, z.B. über einen autonomen Status des weltberühmten Bäderdreiecks Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, das die Amerikaner ohnehin besetzt hielten, oder dessen Anschluß an Bayern.

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