Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Dreihäuser

Dreihäuser
Gebet

Herr, Du hast mir in Deiner Güte dieses Stück Erde zu Lehen gegeben, auf daß ich es hege und pflege, auf daß ich es einmal weitergebe an meine Kinder.

Gib, o Herr, mir die Kraft und das Leben, daß ich dieses bescheidene, kleine Werk zu Deiner Zufriedenheit vollende und am Ende meiner Tage sagen kann, ich habe nicht umsonst gelebt. Amen.

An der Kreuzung der Wege von Schlaggenwald nach Falkenau und von Elbogen nach Lauterbach liegt am Fuße des Krudums „ein kleines Dorf im Wald versteckt" (A. Görgl), die alte Siedlung Dreihäuser.

Von den drei Häusern, die ursprünglich hier standen, mag der Name herrühren. Über den Ursprung der Siedlung aber ist nichts bekannt. Sicherlich sind ihre Anfänge unterhalb des Krudums beim ersten Schürfen nach Silber und Zinn zu vermuten. Es ist auch anzunehmen, daß der Ort ebenso alt ist wie die St. Niklaskirche, die 1253 zum ersten Mal erwähnt wird, als König Wenzel I. dem Orden der Kreuzherren diese Kirche überläßt, von der man heute noch, etwas mehr als einen km nordwestlich auf der Straße nach Birndorf, den Platz der Ruine erkennen kann.

Eines der ältesten Gebäude, das Kempfhaus, ein Holzblock- und Fachwerkhaus aus der Zeit um 1800, letzter Besitzer Hermann Jakob, zierte, sonst in der Gegend selten vorkommend, ein Firsttürmchen mit einer Glocke, die Johann Jordan 1749 in Eger gegossen hatte und dem Erzengel Michael geweiht war. Das Haus wurde 1910 abgerissen; beim nachfolgenden Neubau kam die Glocke in ein „Glocknhaisl" in unmittelbarer Nähe.

Dreihäuser ist eine Gebirgssiedlung in der Form eines Straßendorfes; es liegt 607 m hoch. Im Jahre 1898 zählte man 24 Häuser mit 102 Einwohnern. Viele verdienten als „Kleinbauern, Häusler und Holzhauer" (A. Kempf) und als Fabrikarbeiter ihren Lebensunterhalt. Nur wenige Familien lebten selbständig von der Landwirtschaft. Im Gasthaus beim Scheitler-Wirt kehrten die Wanderer und Sonntagsausflügler gerne ein. Dreihäuser gehörte zur politischen Gemeinde Nallesgrün. Die Kinder besuchten dort die Schule. Immer nahmen einige aus beiden Orten den stundenweiten Weg auch zur Realschule nach Elbogen und zur Bürgerschule nach Schlaggenwald auf sich.

Auch aus diesem kleinen Dorf forderte der 2. Weltkrieg seine Opfer: Roßmeisl Julius ist gefallen und Roßmeisl Leonhart vermißt.

Nach der Vertreibung 1946 verfiel der größte Teil der Häuser, weil sie leer standen und unbewohnt blieben. Nur noch traurige Reste zeigten an, wo von „Vergißmeinnicht umschönt – ein Brunnen tönt" (W. Pleyer), wo deutsche Bewohner jahrhundertelang lebten. In den sechziger Jahren gingen die fremden neuen Bewohner aus den umliegenden Städten daran, auf alten Kellern und Grundmauern mit dem Baumaterial der Nachbarhäuser sich Wochenendhäuser zu errichten. So entstanden in Dreihäuser, Nallesgrün und auch andernorts inmitten der Ruinen deutscher Höfe, ein bißchen romantisch-nostalgisch, tschechisch-folkloristisch und aus verschiedenen Materialien zusammengetragen, neue Zufluchten und Nischen, um dem sozialistischen Alltag wenigstens zeitweise zu entgehen. Unweit des Dorfes verwendete man eine barocke Wegkapelle als Hauseingang und baute daran ein kleines Wohnhaus mit nachgeahmtem Egerländer Fachwerk.

Die bodenständige und gewachsene deutsche Siedlungsarbeit ist zerstört. Über Dreihäuser würde in der Welt sicher niemand mehr reden, wenn nicht ein bedeutender Sohn ein Leben lang über dieses Dorf erzählt, geschrieben und es als „seine Waldheimat" geliebt hätte: Dr. med. Andreas Kempf, am 22.01.1865 „auf der Hub" geboren, verlebte seine karge Kindheit als Bauernbub in Dreihäuser. Wißbegierig und lerneifrig nahm er – im

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