Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Vzpomínka na padlé

Nachruf
In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde die Welt mit zwei verheerenden Kriegen überzogen, die das Schicksal von Menschen und Völkern bestimmten und den Verlauf der Geschichte entscheidend veränderten.

Unter den Millionen Opfern an Soldaten im Ersten Weltkrieg (1914–18), die von den Kriegsschauplätzen Europas nicht mehr heimkehrten, befanden sich auch viele Männer aus unserem Kirchsprengel.

Etwas mehr als 20 Jahre nur währte dann der Friede. Die Wunden waren noch kaum verheilt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, der von 1939 bis 1945 an Vernichtung alles übertraf, was der Menschheit bisher an Heimsuchungen widerfahren war. Bei diesem in der Geschichte beispiellosen Opfergang verloren in unserer kleinen Bergstadt und ihren Dörfern wieder zahlreiche Familien ihre Väter und Söhne.

Das Ausmaß dieses Massensterbens läßt uns erschaudern, übersteigt es doch jegliche Vorstellung. Und jeder Gefallene oder in Gefangenschaft Verstorbene war ein Opfer zuviel.

Wie die Herrscher auch hießen, immer waren Machtstreben und Völkerhaß mit im Spiele, wenn es wieder galt, die Bürger „zu den Fahnen zu rufen", sie aus der Geborgenheit der Familien zu reißen, von Pflug und Töpferscheibe, vom Reißbrett und aus den Hörsälen wegzuholen, in Feldgrau zu stecken und einem ungewissen Schicksal zu überantworten, das zu meistern nicht mehr in ihre Hände gegeben war. Oft genug blutjung, und kaum daß sie richtig leben gelernt hatten, lieferte man sie unbarmherzig auf dem „Felde der Ehre" einem eher sinnlosen Tod aus.

Und als Soldaten hielten sie aus: Im Bersten der Bomben, im Hagel der Granaten und Gewehrgarben, eingepfercht in die metallenen Leiber von Panzern, Flugzeugen und U-Booten, im Schlamm der Schützengräben; sie ertrugen sengende Sommerhitze und eisige Winterkälte, Hunger, Durst und Entbehrungen, litten unter den Schmerzen der Verwundungen, erduldeten Krankheit, Elend, seelische Not, Verzweiflung und die bittere Zeit der Gefangenschaft mit Verfolgung, Haß und Peinigung, bis sie, nach verlorenen Jahren, nur zu oft ein gnädiger Tod von allen Qualen erlöste.

Daheim warteten die Angehörigen sehnlichst auf ein Lebenszeichen und härmten sich oft jahrelang in nagender Angst um das Wohl ihrer Lieben. Schwer lastete die Ungewißheit über den Verbleib der Vermißten auf den Herzen. Traf dann die furchtbare Nachricht vom Sterben für „Herrscher, Volk und Vaterland" ein, brach jedesmal eine kleine Welt zusammen, und unsägliches Leid kam über die Menschen in Stadt und Land.

Nun ruhen unsere gefallenen Landsleute schon lange draußen in fremder Erde, im Wüstensand Nordafrikas ebenso wie in den endlosen Weiten der russischen Steppe oder in den Tiefen der Meere; ihre Kreuze stehen an den Hügeln von Verdun, in den nebelverhangenen Fluren der Normandie, an den klaren Fjorden Norwegens, an den kahlen Berghängen des Balkans, in Galizien, in den Dolomiten, auf Kreta und Krim.

Sie sind nicht vergessen und leben in unserer Erinnerung weiter. Jedes Soldatengrab jedoch ist ein Mahnmal für Versöhnung und Frieden. Ihn zu erhalten und ihm zu dienen sind Vermächtnis und Verpflichtung zugleich, welche die Toten der Kriege uns Lebenden auferlegen und deren Erfüllung uns in christlicher Verantwortung aufgegeben ist.

Wenn sich endlich die Erkenntnis durchzusetzen beginnt, daß Krieg kein Mittel mehr zur Fortsetzung von Politik sein kann und sich solche Katastrophen nicht mehr wiederholen dürfen, dann erhält ihr Sterben doch noch einen tieferen Sinn.

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