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politischen Standpunkte hatte zur Folge, daß mehrere Mitglieder die Stadtkapelle verließen und zusammen mit anderen Musikausübenden eine Arbeiterkapelle neu organisierten. Diese stand fortan bei Veranstaltungen der Arbeiterbewegung zur Verfügung und wurde 1938 beim „Anschluß" aufgelöst.
Auch ohne Vereinsbindung spielte die Musik damals eine bedeutende Rolle. In sehr vielen Haushalten waren Streich- und Blasinstrumente, Zithern, Gitarren, Mandolinen, Ziehharmonikas, Klaviere und sogar Flügel vorhanden und in Gebrauch.
Als Glanzpunkt für das Musikleben der Stadt ist das Musikfest im Sommer 1939 hervorzuheben, an das sich viele von uns noch lebhaft und gerne erinnern werden. Schlaggenwald hatte Festschmuck angelegt, als Landsmann Kern mit seiner 37 Mann starken Acherner Stadtkapelle und vielen Gästen aus Achern bei uns Einzug hielt. Im vollbesetzten Saal des Hotels „Zum Roten Ochsen" stellte der Dirigent in einem umfangreichen und bejubelten Abendprogramm das Können seiner Kapelle unter Beweis. Am Marktplatz war eine Bühne errichtet worden. Sie diente als Kulisse für das Standkonzert am Sonntagvormittag. Am Nachmittag zog unter klingendem Spiel der Acherner und Schlaggenwalder Stadtkapelle ein festlicher Zug zum oberen Turnplatz. Dort begann ein friedlicher Wettstreit beider Kapellen um die Gunst der Zuhörerschaft. Die Darbietungen waren so abwechslungsreich und eindrucksvoll, daß jeder Zuhörer auf seine Rechnung kam und mit starkem Beifall die Leistungen der Musiker belohnte.
Dilettanten-Theaterverein
Auf Anregung von k.u.k. Offizieren wurde der Verein 1849 ins Leben gerufen. Viele Jahrzehnte - mit Unterbrechungen - fanden im Herbst und im Winter Theateraufführungen statt. Das Angebot reichte von Einaktern, Volksstücken, anspruchsvolleren Sprechstücken bis zum Musiktheater. Die Aufführungen erfreuten sich regen Zuspruchs und errangen großen Beifall. Nach dem Ersten Weltkrieg war Oberlehrer Sturm Leiter des Theatervereins. Unter seiner Regie kamen Operetten, wie „Zigeunerbaron" (74 Mitwirkende), „Der letzte Walzer", „Ballnacht", „Dreimäderlhaus", „Glocken von Corneville" usw. sowie Lustspiele zur Aufführung.
Das Vereinsleben kam in den folgenden Jahren langsam zum Erliegen.
Leseverein
Es zeugt vom Bildungs- und Wissensdrang unserer Vorfahren, daß im Jahre 1872 ein Leseverein gegründet wurde. Der Anstoß ging nicht etwa von Männern aus, die weiterführende Schulen besucht hatten oder privilegierten Kreisen zuzurechnen waren, sondern von Handwerkern, Facharbeitern usw.
Der Verein sah seine Aufgaben darin, eine Bibliothek mit anspruchsvolleren Büchern anzulegen, diese an die Mitglieder auszuleihen, im Vereinslokal periodisch erscheinende Schriften auszulegen, Lesungen und Vorträge abzuhalten, an die sich Diskussionen anschlossen, aber auch Geselligkeit zu pflegen. Nicht nur der Geist sollte zu seinem Recht kommen. Die Mitglieder und ihre Familien unternahmen daher gemeinsame Ausflüge in die nähere Umgebung.
Deutscher Schulverein
An den Sprachgrenzen der k.u.k. Monarchie entstanden im ausgehenden 19. Jh. viele Schutzverbände, deren Ziel es war, nationales Bewußtsein und Volkstum zu bewahren. In Tirol wurden italienische und in Böhmen/Mähren tschechische Nationalisten aktiv. In beiden Teilen der Monarchie sind im Gegenzug „Deutsche Schulvereine" gegründet
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