Turnergruß lautete „Gut Heil", das Turnerabzeichen bestand aus vier „F" (Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei), die Vereinsfahne war in Schwarz-Rot-Gold gehalten. Die Mitgliedschaft erforderte idealistische Grundeinstellung, völkischen Geist, Bereitschaft zur Unterordnung und gute Kameradschaft.
Eigenartig mutet an, daß in den Anfangsjahren Lehrlinge dem Verein nicht beitreten durften. Erfreulich hingegen, daß zu Beginn der zwanziger Jahre Frauen und Mädchen am Turn- und Wettkampfbetrieb teilnehmen konnten.
Der Sportplatz hinter dem Amthaus war bald zu klein. Ein neuer Turnplatz (der untere) entstand zwischen der Knabenschule und der Bahnlinie. Der Platz diente auch dem Turnunterricht der Schule. Für den Verein ergaben sich ideale Voraussetzungen zur Erweiterung des Turnbetriebes.
Den Leistungsstand der Aktiven belegte ihr hervorragendes Abschneiden bei zahllosen Wettkämpfen. Neben Gymnastik und Disziplinen der Leichtathletik wurde Geräteturnen gepflegt, als Mannschaftssportart Faustball bevorzugt. Als Austragungsort größerer Veranstaltungen standen die weiträumigen Anlagen in der Pinge zur Verfügung.
Viele Zuschauer wurden von turnerischen Vorführungen angelockt, die ab und zu auf dem Programm standen. Höhepunkte im Vereinsleben bildeten die Aufführung eines Freilichtspieles 1924 im 60. Gründungsjahr und 10 Jahre später ein Gauturnfest mit einer Feldmesse. Der Männergesangverein brachte zu diesem Anlaß die Deutsche Messe zu Gehör.
Jedes Jahr veranstaltete man Waldläufe und Kinderfeste. Die Faschingsbälle im Ochsensaal erregten wegen ihrer einfallsreichen Dekoration und Ausgestaltung stets Aufsehen. Das Jahr über traf man sich im „Turnerheim", dem Vereinslokal am Marktplatz.
Nach dem „Anschluß" kam die Vereinstätigkeit bald zum Erliegen. Kinder und Jugendliche wurden von Jungvolk und Hitlerjugend (HJ) erfaßt. Ältere Aktive – soweit sie nicht zum Reichsarbeitsdienst (RAD) oder zur Wehrmacht einrücken mußten – schlossen sich NS-Gliederungen an. Für den aktiven Turnsport blieb wenig Zeit.
Arbeiter-Turn- und Gesang-Verein „Eintracht"
Die Vereinsgeschichte nennt 1908 als Gründungsjahr. Der Verein schloß sich mit einer bestehenden Sängergruppe (vermutlich Mitglieder des 1878 gegründeten Turn-Gesang-Vereins) zusammen. Vereinslokal war das Gasthaus „Stadt Wien".
Im Jahre 1919 wurden die sudetendeutschen Arbeiterturnvereine (ATUS) zu einem Verband mit Sitz in Aussig zusammengefaßt. Die Rad- und Kraftfahrsportler bildeten eine eigene Sektion (ARUK).
Wesentlicher Inhalt der Vereinsarbeit war nicht nur ein Angebot zur Ausübung von Breitensport, sondern auch die Erziehung der Mitglieder zu solidarischen und toleranten Verhaltensformen. Das Turnerabzeichen bestand aus den Buchstaben FFST (Frisch – Frei – Stark – Treu). Zum weißen Turnerdress trug man rote Gürtel. Weitere Symbole waren die in einem Dreieck verwendeten Abkürzungen „ATUS" und „ARUK".
Nach dem Anlegen des oberen Turnplatzes zwischen der Bahnlinie und dem Schödlhof ließ sich der Turn- und Spielbetrieb ausweiten, der sich nicht nur auf Breitensport beschränkte. Der Verein bot Leichtathleten und Geräteturnern Übungsmöglichkeiten, besaß Gymnastikgruppen und für Geschicklichkeitsübungen Straßenfahrräder und Kunsträder (das sind Fahrräder stabiler Art ohne Freilauf, die in der Halle oder im Saal verwendet werden). Auch Fußballspiele ließen sich auf dem Platz austragen.
Die Aktiven erreichten bei Vergleichswettkämpfen im Verein beachtliche Ergebnisse und schnitten auch bei Wettkämpfen auf Bezirksebene als Einzelturner oder als Turnriege
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