Die Stadt überließ der Feuerwehr die vorhandenen Löschgeräte und half nach Kräften mit, leistungsfähigere Ausrüstungen anzuschaffen. Die Kosten dafür wurden über eine Gemeindeumlage aufgebracht. Im Sinne einer Daseinsvorsorge beschloß der Stadtrat eine Feuerwehrpflicht für die männliche Bevölkerung und erhob befristet eine Feuerschutzabgabe. Die Einnahmen flossen dem Verein zu und waren zu gleichen Teilen zur Anschaffung von Requisiten und zur Unterstützung verunglückter Wehrmänner sowie deren Witwen zu verwenden.
Wie notwendig eine funktionsfähige Feuerwehr war, läßt sich daran ermessen, daß im Stadtgebiet zwischen 1870 – 1930 rund 30 kleinere und größere Brände ausgebrochen sind.
Vom großen Stadtbrand, der im Jahre 1713 wütete (76 Häuser zerstört, 146 Familien obdachlos), hat sich die Stadt lange Zeit nicht erholt.
Zum Einsatzbereich der Wehr gehörten alle Objekte innerhalb von 3 km ab Stadtmitte. Es war selbstverständlich, im Bedarfsfall auch zu Bränden in anderen Ortschaften auszurücken. Zur Verstärkung bei Einsätzen bot sich die freiwillige Betriebsfeuerwehr der Porzellanfabrik Haas & Cžjžek an.
Zwischen den beiden Weltkriegen zählte die Feuerwehr zeitweise 120 – 130 aktive Wehrmänner. Daraus ließen sich fünf Löschzüge bilden. Die Ausrüstung entsprach dem jeweiligen technischen Standard. Die Stadt beschaffte 1926 eine große Motorspritze mit 25 PS, im Jahre 1934 folgte eine kleinere, tragbare Spritze, die auf einem Wagen montiert war. Alle Löschgeräte samt Zubehör waren im Amthaus untergebracht.
Das Bekämpfen von Bränden war nicht einfach, weil es damals keine Hydranten zum Anschließen der Schlauchleitungen gab. Das Löschwasser mußte dem Flutbach und dem Seifertsgrüner Bach, die aus diesem Grunde in Abständen mit Stauwehren versehen waren, oder dem verrohrten Abflußkanal der Teiche in der Leßnitzgasse entnommen werden. Die zahlreich vorhandenen Röhrkästen lieferten zwar das benötigte Trink- und Brauchwasser, zur Entnahme von Löschwasser reichte es keinesfalls.
Zu den Einsätzen wurden die Wehrmänner durch Hornsignale gerufen. Der Türmer schlug die Stundenglocke an, wenn der Brand im Stadtgebiet ausgebrochen war; ansonsten läutete er die Elferglocke. Später übernahmen Sirenen und Lautsprecher diese Aufgaben.
Turn- und Sportvereine
Grundidee der Turnbewegung war ursprünglich, durch natürliche Übungen im Freien Freude an Spiel und Bewegung zu wecken und einen Ausgleich zu schaffen, wenn der Körper einseitiger Belastung ausgesetzt war. Alle Übungen waren gemeinschaftsorientiert angelegt und frei von Leistungs- und Konkurrenzdenken. Als zeitweise Freiübungen verboten wurden, erfreute sich das Geräteturnen größter Beliebtheit. Für das Turnen in Hallen und Sälen entwickelte man eine Reihe von Geräten. Der ideelle Wert gemeinschaftlicher Übungen verlor an Bedeutung, als meßbare Leistungen des Einzelturners oder der Riege und die Bewertung nach Maß, Zahl und Punkten den Ausschlag gaben. Die Wandlung vom allumfassenden Turnen zur Kommerzialisierung verschiedener Sportarten war damit vollzogen.
Deutscher Turnverein
In einigen deutschen Städten bestanden schon seit 1816 Turnvereine, die Mehrzahl wurde jedoch erst um die Mitte des vorigen Jhs. gegründet.
Bei uns ging um 1864 aus der Turn-Feuerwehr der „Deutsche Turnverein" hervor, der bis 1945 wesentlich das Erscheinungsbild der Vereine in der Stadt beeinflußte. Der Verein fühlte sich dem Turnvater Jahn verpflichtet, einem Vorkämpfer nationaler Erziehung. Der
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