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manns Hochwohlgeboren anzeigen würde, welches hierdurch, mit Beilage der 76 Gulden, gehorsamst bewirkt wird. Es ist hierbei zu bemerken, daß nichts als das bloße Mittagessen und weder Frühstück noch Wein, noch Kaffee genossen worden. Der Kutscher erhielt für sich geringe Kost und hatte seinen Hafer bei sich.
Unterzeichneter bittet um Vergebung, wenn er mit dieser anscheinenden Kleinigkeit beschwerlich fällt. Aber es ist in diesen Tagen schon öfters zur Sprache gekommen, daß Gesellschaften, welche durch die schönen Wege⁹⁾, die herrlichen Naturgegenstände und das gute Wetter auswärts gelockt worden, mit Verdruß über ganz unerwartete Zechen nach Hause gekehrt, und ihre gehoffte und genossene Freude vergällt worden.
Eine hohe Behörde wird auch ohne mein Mitwirken einem solchen immer mehr umsichgreifenden Übel abzuhelfen wissen ..."
Diese Zuschrift Goethes wurde vom Kreishauptmann zu Karlsbad sofort behandelt und nach Schlaggenwald an das Bürgermeisteramt zur Untersuchung und weiterer Amtshandlung abgetreten. Nach dem Bericht der Schlaggenwalder Obrigkeit erhielt Goethe vom Kreishauptmann folgendes Antwortschreiben:
„Gleich nach Erhalt der mir unter 22.d. zugeschickten gefälligen Eröffnung habe ich die Schlaggenwalder Ortsobrigkeit angewiesen, den dasigen Wirtshauspächter zum rothen Ochsen der strengsten Amtshandlung zu unterziehen. Soeben weist sich solche aus, diesen gewinnsüchtigen Pächter nach seiner vorausgegangenen Konstituierung zu Fl 10,- Strafgeld an den dasigen Armenfond verhalten, die äußerst übertriebene Zeche von 76 Fl auf 41 Fl 20 kr¹⁰⁾ herabgesetzt zu haben.
Ich schließe Euer Hochwohlgeboren somit den Überrest mit 34 Fl 40 kr mit der aufrichtigen Versicherung zurück, daß ich innig danke, mich in die Kenntnis dieses Vorfalls gesetzt zu haben, der mir doppelt unangenehm ist, da er einen mit so vollem Rechte ebenso allgemein verehrten, verdienstvollen Biedermann als sehr geschätzten Gönner des mir anvertrauten Curortes betraf.
J. Fr. Weyrother"
Zu diesem Vorfall sei folgendes erwähnt: Im Jahr 1811 herrschte im damaligen Österreich Inflation, das Silbergeld wurde zum Papiergeld im Verhältnis 1:10 gehandelt. Wer Silbertaler besaß, konnte herrlich leben, und dies dürfte bei Goethe der Fall gewesen sein. Er selbst vermerkt in seinem Tagebuch vom 24. Mai 1811: „Die Juden boten 970 für 100."
Unter diesen Bedingungen fiel die Rechnung des Wirtes nicht so sehr gesalzen aus, wie man dies beim Lesen des Promemorias denken mag. Der Wirt vom Roten Ochsen wird schließlich erfahren haben, daß es sich bei seinen Gästen um einen Minister aus Weimar mit Gefolge handle, der zugleich ein namhafter Dichter sei und als gutbetuchter Mann auch etwas mehr bezahlen könne. Goethe aber nahm den ganzen Vorfall nicht so tragisch, denn er schrieb einige Tage später an seinen Herzog Karl August von Sachsen-Weimar u.a.:
„... Eine Partie nach Schlackenwalde hat mir viel Vergnügen gemacht. Es war mir interessant, einen so wichtigen und seltenen Naturpunkt auch nur oberflächlich zu betrachten. Das Vorkommen des Zinns wird wohl den Geologen, wo nicht ein Rätsel, doch gewiß ein Zankapfel bleiben."
Goethe merkte sich gleichwohl diese unliebsame Auseinandersetzung im „rothen Ochsen" und kehrte, als er nächstes Mal Schlaggenwald besuchte, nicht mehr dort, sondern im städtischen Gasthaus¹¹⁾ ein.
Im Mai 1812 kam Goethe zum neunten Male zur Kur nach Karlsbad, erkrankte Ende Juni und sah sich nicht in der Lage, mit den „Herrschaften" nach Schlaggenwald zu fahren. Im
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