Gestalt und merkten erst in der Nähe, daß sie einem Popanz aufgesessen waren. Am dritten Abend saß er auf einer Hausbank und jagte einem Mädchen einen gehörigen Schrecken ein. Einige Peitschenhiebe ihres Vaters blieben – naturgemäß – wirkungslos. Sodann fand ihn ein nach Kohlen fahrender Bauer als blinden Passagier auf seinem Wagen. Kurz entschlossen warf er ihn einem vorüberfahrenden Lkw auf die Ladebrücke, womit der „Älte" aus dem örtlichen Blickwinkel geriet. In Altsattl sah ihn der Bauer höhnisch grinsend auf der Kohlenladung eines anderen Wagens hocken.
Ob er vom wütenden Chauffeur von der Kettenbrücke in die Eger geschleudert oder von einer praktisch denkenden Häuslerin ausgeschlachtet und als Ziegenstreu verwendet wurde, wußte niemand mehr zu sagen. Spurlos verschwand er, von keinem bedauert oder beweint. Selbst die Polizei, die sich doch um alle Vagabunden zu kümmern hatte, nahm keine Notiz davon, auf welche Weise dieser „Älte" sein Dasein beendet hatte.
In den April schicken
Im heimatlichen Volksglauben galt der 1. April als Unglückstag. Es hieß, daß der Teufel an diesem Tage immer wieder versuche, Unheil über die Menschen zu bringen. Aber auch jene Leute, denen man geheimnisvolle Kräfte zuschrieb, wählten für ihre Beschwörungen gerne diesen Tag, um bei Mensch und Tier allerlei Krankheiten zu heilen.
Harmloser dagegen war das „In-den-April-schicken", das an diesem Tage besonders die Jugend gerne tat. Da gab es in den Läden ein dauerndes Kommen und Gehen und Fragen der kleineren Kinder nach vielen seltsamen Dingen, um die man sie geschickt hatte, Gegenstände und Sachen mit merkwürdigen Namen, die Witzbolde nur für diesen Tag ausgedacht hatten, um besonders die vorlauten und neugierigen Kinder zum besten zu halten.
Besonders verlangt wurden da „Zau(n)schtecknsoumã, Elefäntneier, Trumpetnschmier, Schpinnäwiãzwirn, Faläfältäfärb, weißã Rouß, dürrã Schnäi, ã Flaschärl Mauräschwaaß"¹⁾, von jedem um fünf Kreuzer. Der Phantasie der „Auftraggeber" im Erfinden neuer Produkte waren keine Grenzen gesetzt.
Wenn nun die „Botenkinder" ohne die verlangten Sachen wieder aus dem Krämerladen kamen, dann wurden sie von den anderen mit lautem Gejohle und Gelächter empfangen und die so Genarrten als „Åpr(ü)lnárr" verspottet.
1) Zaunlattensamen, Elefanteneier, Trompetenschmiere, Spinnwebenzwirn, Schmetterlingsfarbe, weißer Ruß, dürrer Schnee, eine kleine Flasche Maurerschweiß
Zuã Erinn'rung
Am Gänsdiãrfl druntn toun d'Boum laut dischkriãn,
mã häiãt ãn Hansl vã weitn schu riãn:
„Mei Papã – ätsch! – hãut gestãrn af d'Nàcht
vã Kårlsbod miã ã schöins Wagãrl mitbrãcht.
Mit Deixl, mit Lattãrn u a mit ãrã Hudl,
af derã is aufdruckt ã B(ü)ldl vãn Schprudl. –
„O je", prãhlt äs Beppãrl, „dees soll schu woos sei,
dåu kafft owã mei Vàtã schu gãnz ãnnãs ei.
Vã Echã, dåu hãut ã ã s(i)lwãrns Beschteck,
d'Mamã hãut's weggramt ins hintãstã Eck.
Bei die Messã, Gowln, bei jedn Taal,
schtãiht klaa hintndrauf „Hotel Imperial".
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