Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Krátké historky – veselé příhody z domova

Kurzgeschichten – Heiteres aus der Heimat
Der „Hâhteckl"

In unserer Stadt lebte vor vielen Jahren im „Seechhaisl" (hochdeutsch: Siechenhaus) eine Frau namens Thekla Hahn, deren Sohn nur unter dem Namen „Hâhteckl" als Tunichtgut und arbeitsscheu ortsbekannt war. Um ihn von Abwegen und Missetaten fernzuhalten und auf leichte Art zur Arbeit zu bringen, faßte der Stadtrat den Beschluß, ihm einen Leierkasten zu beschaffen, mit dem er zu etwas Geld kommen sollte.

Eines Tages ließ ihn der Bürgermeister rufen, teilte ihm den Beschluß mit und sagte: „Ihre Faulenzerei muß endlich aufhören. Sie bekommen einen Leierkasten, damit Sie Ihr Brot selbst verdienen können."

Hâhteckl besann sich kurz. Seine Antwort, auf die niemand gefaßt war, lautete: „Lieber Herr Bürgermeister, es ist ja alles recht und schön, aber wer trägt den Leierkasten?"

Fertig!

Der Vorsteher vom Bahnhof wollte gerade den Zug abfertigen, als noch ein bekannter „Zuspätkommer" herbeieilte, auf das Trittbrett des Waggons sprang und „Fertig" schrie. Dies galt sonst als Zeichen, daß der Zug abfahren konnte. Der Herr Vorsteher war erst verblüfft, dann wurde er zornig. Er schrie ebenso laut: „Was heißt hier 'Fertig'? Nichts ist fertig. Wenn ich sag 'Fertig', dann ist fertig! – Fertig!" Der Zug fuhr ab, und der Witzbold grinste verschmitzt aus dem Abteilfenster.

Reiter zu Pferd ...

Wenn die kleinen Racker draußen nicht spielen konnten und drinnen gar keine Ruhe geben wollten, besann man sich zur Unterhaltung auf einen Kinderreim, der sich auf die Wirren des Dreißigjährigen Krieges bezog, als die Schweden auch unsere Gegend heimsuchten.

Der Vater setzte seinen Buben auf die Knie, hielt ihn an den Händen fest und ließ ihn zum Vierzeiler „reiten":

„Reiter zu Pferd, den Sattel verkehrt;
der Schwed' ist gekommen, hat alles mitg'nommen,
hat d'Fenster neigschlåg'n, hat's Blei davonträg'n,
hat Kug'ln draus goss'n, hat das Bepperl däschoss'n – Brull-dull!

Beim „Brull-dull" ließ er den Kleinen, an den Händen festgehalten, durch die rasch geöffneten Beine fallen. Ein herzhaftes Lachen erklang und gleich darauf der Wunsch: „Noch einmal!" –

Der fehlende Übertrag

Beim Talsperrenbau war auch ein tschechischer Polier eingesetzt. Als er am Freitag nach der Lohnliste die Auszahlung vornahm, da las er:

„Wagner Garell (= Karl) 218 Gorunen (koruna = Krone),
Gastl Walter 191 Gorunen
Miller Johann 207 Gorunen usw.

Als die eine Seite zu Ende war, wendete er und las weiter:

„Übertrag 1160 Gorunen"

Niemand rührte sich. „Wo ist Ibertrag? – Iiibertrag!? –"

Wiederum keine Antwort. Da sagte der Polier ganz verwundert: „Den Rindviech kriegt sich meiste Geld und ist nicht da!"

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