Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Básně

Das Heideweiberl – ein Heimatmärchen**

Der Weg hin zum Hans Heiling
führt durch die grüne Heid,
wo in der Nacht die Eule,
beim Tag der Kuckuck schreit.

Ins Klopfen eines Spechtes
klingt meist der Drossel Sang,
und Heidelerchen trillern
hoch übern Himbeerhang.

Die Heide ist von jeher
bekannt als Märchenwelt;
auch mir hat oft mein Ahne
so manche Mär erzählt.

Nur um den Weg zu kürzen
zu seiner schönen Braut,
hat einst ein Heidezwerglein
sich Stafferln selbst gebaut.

Als Lohn für seine Mühe
hat ihm in jeder Nacht
die Braut, das Heideweiberl,
ein Krüglein Milch gebracht.

Doch eines Nachts, da wurde
das Krüglein nimmer leer.
Das Zwerglein war gestorben,
es brauchte Milch nicht mehr.

Seit hundert Jahren suchet,
im Tale und am Berg,
betrübt das Heideweiberl
vergeblich seinen Zwerg.

In jeder Nacht karfreitags,
wenn hoch die Sterne stehn,
kann man das Heideweiberl
bei'n Stafferln weinen sehn.

Alois Schloßbauer

Heimatgedenken

Wir sind an die Grenze gefahren
und haben hinübergeschaut,
ins Land, wo zu Hause wir waren,
wo uns jeder Stein war vertraut.
Wo wir in friedlichen Zeiten
die Ernte eingebracht
und bei den Festlichkeiten
gesungen und gelacht.

Da fielen feindliche Horden
in unser Land herein,
mit Rauben, Plündern und Morden,
nicht schonend groß und klein.
Sie haben uns vertrieben
von unserem Hab und Gut,
und nichts ist uns geblieben
als unser Fleiß und Mut.

Und haben wir es auch später
wieder zu etwas gebracht,
so hat von uns doch ein jeder
stets an die Heimat gedacht.
Die darum kann für immer
noch nicht verloren sein,
solang' ein Hoffnungsschimmer
nimmt uns're Herzen ein.

Otto Pöpperl

Trost im Gebet

Wenn Deine Seele voll von Leid, Dein Herz zu Tode betrübt,
Verzage nicht, es kommt die Zeit, wo neues Leben blüht.
Doch suche Trost nicht im Gewühl, kehr' ein ins eig'ne Herz,
kein Mensch versteht ja Dein Gefühl, kein Mensch fühlt Deinen Schmerz.
Und schreist Du's in die Welt hinaus und weinst die Augen blind,
Sie tragen's nur von Haus zu Haus – weißt ja, wie Menschen sind ...
Geh' ruhig in den stillen Hain, wo Andacht Dich umgibt,
Gott, dem Herrn, vertrau' allein, der Dich immer liebt.
Er wird Dir Kraft und Mut verleih'n, zu tragen Dein Geschick,
Gott im Himmel versteht allein, wenn tränenreich Dein Blick.
Lacht Dir hienieden nicht das Glück, ist Friede von Dir fern,
Gott kennt der Seinen Mißgeschick, schickt Dir der Hoffnung Stern.

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