„Grundschule" und die Bürgerschule nach der österreichischen Bezeichnung „Hauptschule" genannt.
Die Knaben- und Mädchenvolksschule brachte man unter der Leitung von VL. Franz Gebauer im Knabenschulhaus und die Bürgerschulen im Mädchenschulhaus unter. Der Leiter der Bürgerschulen Josef Schott wurde nach seiner Versetzung nach Kladrau/Mies von FL. Meindl abgelöst. Frau Rektorin Ernestine Müller wurde am 1.9.1939 nach Königsberg/Eger versetzt. Religionsunterricht erteilten Katechet Rudolf Schmitt, der nach einer Denunziation eingesperrt wurde, und Dechant Bühl.
Fachlehrer Anton Mayer wurde wegen einer Bemerkung über das „Ewige Reich" verhaftet, ins Konzentrationslager gesteckt und später an die Front geschickt.
Da während des Zweiten Weltkrieges mehrere Lehrkräfte zum Wehrdienst eingezogen wurden, mußten Aushilfen eingestellt werden. So unterrichteten neben anderen die Lehrerinnen Irene Gareis und Margarete Baumann, die täglich mit dem Zug von Elbogen kamen. Da dieser im Winter oft Verspätung hatte, mußten mehrere Klassen von einer Lehrkraft betreut werden. Wenn es nötig war, stellte sich auch der pensionierte Bürgerschuldirektor Rudolf Prosch für verschiedene Fächer gerne zur Verfügung. Trotz der schwierigen Kriegsverhältnisse versuchten die Lehrkräfte, ihre Schüler bis zur Auflösung der Schulen im Mai 1945 in allen Fächern weiter zu unterweisen.
Begabte Schüler aus dem ganzen Schulbereich konnten nach der fünften (später auch nach der vierten) Klasse Volksschule die Realschule (ab 1939 Oberrealschule) in Elbogen a.d. Eger besuchen und die Matura (Abitur, Reifeprüfung) ablegen. Sie berechtigte zum Studium an der Technischen Hochschule. Wer an der Universität studieren wollte, mußte, falls erforderlich, nach der Matura in einem weiteren Jahr das Latinum (Lateinprüfung) nachholen.
Schüler, die Schulen außerhalb der Stadt besuchten, hatten meist lange Schulwege. Sie fuhren mit dem Zug, in dem ein Schülerabteil vorgesehen war, von Schönwehr bis Elbogen. Als dann später der „Roßmeißl-Omnibus" die Schüler an der Strecke von Schönfeld über Schlaggenwald, Elbogen nach Karlsbad an verschiedenen Stationen zusteigen ließ, wurde es für manche bequemer.
Schüler, die nach dem Besuch der Bürgerschule oder der 8. Klasse Volksschule eine Lehre antraten, waren verpflichtet, die Fortbildungsschule zu besuchen, eine Schulform, die in der Bundesrepublik der Berufsschule entspricht. Allen gewerblichen und kaufmännischen Lehrlingen wurde in der Knabenschule jeweils am Spätnachmittag oder Abend von ausgewählten Lehrkräften Fortbildungsunterricht erteilt.
Lehrkräfte an den Schulen seit der Gründung der Bürgerschule
Die Zuteilung der aufgeführten Lehrkräfte an bestimmte Schulen entspricht wegen Klassenverlegungen, kriegsbedingter Versetzungen und Aushilfen nicht immer den wirklichen Verhältnissen.
Im Ruhestand: BD Willibald Kraus – BD Johann Hahn – BD Otto Eberhard Teuschel – FLn Marie Goth – L Johann Markgraf – BD Leopold Haschek – OL Friedrich Sturm – OL Franz Sattler – FL Josef Fischer;
Mädchen-Volks- und Bürgerschule: Rn (Rektorin) Marie Klier – BDn Ida Haintz – FL Rudolf Hubana – FLn/Rn Ernestine Müller – RL Katechet Rudolf Schmitt – FL Alfred Kämpfst Ln Margaret Schneider – Ln/Rn Paula Glasauer – FLn Anna Glassl – FLn Magdalena Pleier – FL Hans Oertel – FLn Theresia Kastner – FLn Helene Nistler, verehel. Häuser – Ln Margarete Löschner, verehel. Bretfeld – Ln Karoline Platzer – Ln Franziska Müller – Ln Franziska Reisenauer, verehel. Keylwert – L Gustav Dotzauer – HLn Amalia Warta
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