Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Domácí zvyky v koloběhu roku

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zum feierlichen Kirchgang. Große Freude bereitete den Kindern die Bescherung mit Osterhasen aus Schokolade und mit bunten Eiern. Mit viel Eifer versuchten sie ihr Glück beim Eierwerfen, -kugeln und -tippen.

An den Osterfeiertagen unternahmen viele Familien Spaziergänge und kleinere Wanderungen, z.B. zum Schneiderwirt in das Wiesental oder zum alten Scheitler nach Dreihäuser.

Die Osterzeit, das Tor zum Frühling, eröffnete uns Kindern auch andere Möglichkeiten zum Spielen im Freien. Kaum war der letzte Schnee an Ecken und in Winkeln mit Kopfsteinpflaster und Gefälle weggeschmolzen, z.B. vor der „Broutbänk", begannen die Buben, den „Kuglsook" (Kugelbeutel) um den Hals, mit dem „Uāradln", ein um diese Jahreszeit beliebtes Spiel mit bunten Kugeln aus Glas und Ton, bei dem es meist – sehr zum Verdruß der Anwohner – arg laut und lebhaft zuging. Ein weiteres Murmelspiel, das „Tschegä(r)n", stand ebenfalls hoch im Kurs. Die Mädchen übten ihre Geschicklichkeit beim Ballwerfen, z.B. gegen eine Mauer, oder beim Hüpfen durch Kastenfelder, die sie auf den Boden gezeichnet hatten, mit dem Ziel, einen geworfenen Glas- oder Porzellansplitter aufzunehmen (Scherbenhüpfen). Auch andere Spiele, wie das Treiben von Holz- oder Metallreifen, kurz „Rafln" genannt, Seifenblasen, Völkerball, „Tschoitschgä(r)n" (ein Spiel mit angespitzten Stöcken) u.a.m., erfreuten sich großer Beliebtheit.

Es war durchaus üblich, sich auch am letzten Tag des vierten Monats mit viel Schabernack noch einmal „in den April zu schicken". In der folgenden Walpurgisnacht flogen nach heidnischem Volksglauben die Hexen zu ihren Tanzplätzen. Dabei konnten sie Menschen, Tieren und Feldern großes Unheil zufügen. Zur Abwehr knallten die Burschen mit Peitschen, deren lange Schnüre sie gut einfetteten, und schlugen auch an die Scheunentore, um die bösen Geister zu vertreiben. Die Bauern legten Wasen, d.h. große Rasenstücke, vor die Stalltüren oder stellten Mistgabeln „übers Kreuz", damit die Hexen nicht zum Vieh gelangten.

Mit dem Monat Mai begannen die vier Monate ohne „r", in denen das Auf-den-Boden-setzen und Barfußlaufen angeblich nicht schadeten und sich auch kein „Schtrauchn" (Schnupfen) einstellte. Eigentlich galt dies bereits ab „Georgi" (23.4.), wie eine alte Bauernregel besagte.

Zu den ersten Frühlingsboten zählte auf unseren sonnigen Fluren das „Grießblümchen", eine Art Hirtentäschelkraut.

Kirchlich ist der Monat Mai der Muttergottes geweiht. Bei den feierlichen, gut besuchten Maiandachten in der St. Georgskirche sangen besonders die Kinder mit ihren hellen Stimmen freudig die bekannten Marienlieder. Am zweiten Sonntag brachte man auch bei uns den Dank an die Mütter in Wort und Lied zum Ausdruck. Im Mittelpunkt des Brauchtums stand der Maibaum. Früher suchten ihn die „Zunftburschen" im Wald aus, schmückten seine Spitze mit flatternden Bändern und stellten ihn am Dorfplatz auf. Am Sonntag darauf umtanzten sie ihn nach überlieferter Art. Gegen Abend trat die Maibaumkönigin unter Führung des ersten „Platzknechtes" in die menschenumsäumte Runde. Nun machten sich die Holzfäller mit lustigen Gebärden – und zum Schein ungeschickt – an ihre Arbeit. Nachdem der Baum wieder gefällt war, wurde er versteigert.

Der Maibaumbrauch war auf dem Land stets erhalten geblieben. Die Bewohner der Stadt ließen ihn erst nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufleben. Als Ort der Veranstaltung wählte man das allseits beliebte Gasthaus Wiesental. Das „Antanzen" des Maibaumes durch drei Paare – Burschen und „Plātzmadlā" – galt als große Ehre. Zum Holzfällerspiel gehörten vier Darsteller: ein Förster, zwei Holzhauer und ein als „Essntroochäwei" verkleideter Mann. Sie zögerten das Fällen auf umständliche und erheiternde Weise immer wieder hinaus. Anschließend folgte im Gasthaus der allgemeine Maitanz.

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