Anton Saebl (geb. 1922 in Elbogen) als Forstanwärter in der Revierförsterei der Bergstadt tätig. Täglich kam er von Elbogen zum Dienst. Ihm verdanken wir die wesentlichen Aufzeichnungen über unseren Wald, in dem neben dem Revierförster immer noch ein Heger (Forstwart) seinen Dienst versah. Seine Dienstwohnung, das Hegerhaus, lag zwischen Ziegelhütte und Forsthaus Krudum. Josef Hofmann (1888–1965) bewohnte als letzter dieses kleine Anwesen, das nach seiner späten Aussiedlung niedergebrannt wurde. Er beaufsichtigte nach der Einberufung von Fischer und Saebl zum Militär allein das gesamte Revier. Bei der Wahl zur ausgeschriebenen Hegerstelle im Jahre 1932 gab es im Rathaus ein großes Durcheinander, als zweimal gewählt werden mußte, bis sich der Bewerber aus unserer Stadt gegen 22 tschechische durchsetzen konnte. Wie mag ihm zumute gewesen sein, als er seinen tschechischen Nachfolger, der kein Wort deutsch verstand, mit Hilfe eines Dolmetschers nach dem 2. Weltkrieg in das Revier einweisen mußte! Hofmanns Vorgänger als Heger hieß Dörfl; daher stammte auch die Ortsbezeichnung "bān Dirfl-Hiāchā". Er versorgte bis zu seinem Ruhestand nebenher eine kleine Landwirtschaft und zog dann zu seinem Schwiegersohn, der Sägewerk und Holzhandlung in der Zech betrieb.
Die Stadt beschäftigte ständig zwei Holzhauerpartien zu je drei bis vier Mann. Unter den letzten sind noch bekannt: Grill, Joachimstaler, Krautzberger, Mosch und Schreiter. Saisonmäßig stellte man Frauen für Pflanz- und Pflegearbeiten ein. Die Stadtkasse führte monatlich nach den Unterlagen des Försters die Lohnabrechnung durch, der alle 14 Tage eine Abschlagszahlung vorausging.
Längerfristige Wirtschaftsplanungen und Beratungen in Waldbaufragen nahm Oberforstmeister Linhard vom Forstamt Neudek vor.
Nutzholz lieferte man an die Sägewerke Ruß und Schimmer in Schönfeld, an das Sägewerk mit Holzwolleerzeugung Pleyer (Füsslmühle), an Dörfl und Schäfer in der Zech. Lohrinde kaufte die Lederfabrik Roßmeissl, die selbst die Lohmühle in der Oberen Gasse besaß. Von Zeit zu Zeit kam ein Waggon zur Fa. Gebr. Schott, Gerbrinde/Leder, in Kronach im Frankenwald, zum Versand.
Wald war Holz, war Reichtum! Er bedeutete, mit Sachverstand genutzt, ein nachhaltiges Vermögen für Bauern, Dörfer und Städte; es war ihre Sparkasse. Darüber hinaus dienten Pilze aller Art, Himbeeren, Heidel- und Preiselbeeren, Blau- und Moosbeeren vom Filz (Hochmoor) dem frischen Verzehr und, haltbar gemacht, der köstlichen Bereicherung unseres Speisezettels:
Schwāmmāschnitzl, Schwāmmāsupp, brāunā Schwāmmā, in Essich ei(n)glegtā, dirrtā für's Fleisch; Himbāān für'n Sāft u af'm Gröisbrei, füā Marmālad; Schwārzbāā ei(n)kocht in Gurknglaslā, uāgsetzt af Wei(n) für'n Halingā Ā(b)md, dirrt gechān Durchfāll; ei(n)kochtā Grasltzbāā, uāgmācht mit M(i)lch zān Bāchānākniā(d)lān.
Der Verkauf der Waldfrüchte ergab für viele Familien auch eine Verdienstmöglichkeit. In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit vor 1938 konnte so manches Kind sich auf diese Weise ein Paar Schuhe zum Schulanfang verdienen. Von der damit verbundenen Mühe des Zupfens und Bückens, den Kreuzschmerzen, der Hitze, den Fliegen und Mücken, der Begegnung mit Kreuzottern, der umgefallenen „Bleschn" (Blechkanne), vom Ausklauben am häuslichen Tisch und Einkochen soll nicht die Rede sein, – schöi wār's hālt aa – wechā dā frischn Luft u dā Rouh im Wāld.
Schlaggenwald hatte als Reviernachbarn größtenteils den Waldbesitz der Stadt Elbogen, die mit 3.877 ha, außer Eger, eine der waldreichsten Gemeinden im Egerland darstellte. Im Revier Ziegenrücken gehörten zur Katastralgemeinde
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