Ein herausragender Nachkomme des Geschlechts hieß Slawko oder Schlakko von Riesenburg. Er gilt als Namensgeber für unseren Heimatort, also die Stadt zum „Schlakkowalde".
Eine Siedlung dieses Namens soll nach einer Urkunde bereits im Jahre 1202 bestanden haben. Das Pfarrgedächtnisbuch weist im Jahre 1242 eine St. Georgskirche aus.
Das Wappen der Riesenburger nahm man in das Stadtwappen auf. Daher enthielt ein Feld den siebenzahnigen Seifenrechen des Geschlechtes.
Als unter den Riesenburgern die ältesten Ortsteile entstanden, gab es schon eine dörfliche Siedlung „Seifahrtsgrün". Die Ortsbezeichnung deutet auf eine Gründung während der germanischen Neubesiedelung etwa ab 1150 hin. Es ist bekannt, daß eine St. Annakapelle vorhanden war, deren Glocken 1542 auf dem Turm der St. Anna-Hospitalkirche ihren Platz fanden. Nach dem Umbau der Kapelle zu einem Wohnhaus (St. Annagasse Nr. 451) blieben Spuren der früheren Zweckbestimmung erhalten. Die Lage des vermuteten Friedhofs konnte nie ermittelt werden.
Im Jahre 1300 soll die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgt sein. Nach anderen Quellen lag das Ereignis etwas später. 1341 erhielt die Stadt von den Riesenburgern Luditzer Stadtrecht. Sie wurde verwaltungsmäßig der Herrschaft Petschau zugeordnet. Im Jahre 1383 hängte der Herr von Gfell an eine Urkunde das Siegel der „Stadt zum Schlakkenwalde".
In der Zeit der Hussitenkriege (1419–36) hatten unsere Vorfahren schwer zu leiden. Bergbau, Gewerbe und Handel kamen nahezu ganz zum Erliegen. Das Gemeinwesen brauchte Jahrzehnte, um sich wieder zu erholen.
Auf die Herrschaft der Riesenburger folgten für kurze Zeit (ab 1454) die Grafen von Gleichen und schließlich die Junker von Plauen und Meißen. Heinrich III. von Plauen verlieh der Stadt 1489 Egerer Stadtrecht und gestattete, sein Familienwappen, den einschwänzigen schwarzen Löwen, nach links schreitend, in das Stadtwappen zu übernehmen.
Den Junkern von Plauen folgte das Geschlecht der Pfluge von Rabenstein, als erster im Jahre 1494 Sebastian Pflug. Die neuen Grundherren machten die Stadt zu einem Mittelpunkt des Erzbergbaues und Zinnhandels. Besonderen Anteil daran hatte Hans*) Pflug (ab 1501), der hochgeachtet und von 1533 bis 1537 oberster Kanzler des Königreiches Böhmen war. Es kamen die Jahrzehnte des reichsten Bergsegens, aber auch die Zeit der höchsten baulichen und kulturellen Entwicklung. Die Grundherren ließen sich stattliche Häuser (Pflughäuser) errichten, die bis in unsere Tage als Kulturdenkmale erhalten blieben. Rat und Bürgerschaft eiferten nach; so wurde der Neue Markt angelegt, Häuser nach dem Vorbild Nürnberger Patrizierfamilien gebaut; mehrere Mühlen und zwei Ziegeleien entstanden.
Für die abendländische Geschichtsschreibung ging um 1500 das Mittelalter zu Ende. Der Übergang zur Neuzeit vollzog sich nicht in einem scharfen Nacheinander, sondern in einem Jahrhunderte dauernden Nebeneinander. Gewaltige Veränderungen im staatspolitischen, religiösen, geisteswissenschaftlichen und soziologischen Umfeld sowie bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen kennzeichnen diesen Zeitraum.
Einige Auswirkungen auf die Stadt Schlaggenwald können an Hand der Ortsgeschichte nachvollzogen werden:
Bau einer Wasserleitung von der Hub (1500), Kriminalordnung der Stadt (1500), Neubau der St. Georgskirche (1517/18–1520), Kauf einer Badestube (1522), Anlage des Flößgrabens, der Wasserspeicher und wasserführenden Gräben (1523), Bergarbeiterstreik (1525), Pflasterung der Gassen (1529), Betrieb einer Lateinschule (etwa 100 Jahre lang),
*) in historischen Angaben auch „Johann Pflug von Rabenstein" genannt
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