Aus dem Schlaggenwalder Archiv sind uns leider nur bruchstückhafte Aufzeichnungen, die das Marktwesen berühren, überliefert. Diese sind:
1341 In den Polizeivorschriften heißt es, daß außerhalb des Wochen- und Jahrmarktes „von keinem Höckler eine Feilschaft zum Verkauf angeboten werden darf" (Feilschaft = zum Verkauf angebotene Ware, Höckler = fahrender Händler, der z.B. seine Waren in einem Traggestell auf dem Rücken, einer „Hucke", anbietet);
1489 Ausstattung des Ortes mit Egerer Stadtrecht und Bestätigung von besonderen Marktrechten (Verleihung von Marktrecht bereits um 1350);
1517 nach der erneuerten Bergordnung von 1517 bleiben die Bergleute von 4–12 und von 12–7 Uhr an der Arbeit, am Samstag 10 Uhr wurde „abgelohnt", und der Wochenmarkt begann;
1533 zwei Jahrmärkte und ein Wochenmarkt wurden eingerichtet, und ein Marktmeister war zu wählen;
1534 Bewilligung des Salzkastens;
1547 bei der Verleihung der Rechte einer kaiserlich freien Bergstadt wurde bestätigt, daß Schlaggenwald das Abhalten des Wochenmarktes am Samstag und die Zulassung eines Salzkastens „wie bisher geschehen und genießen soll";
16. Jh. zweite Hälfte: Um dem oft spürbaren Mangel an Mehl und Brot abzuhelfen, verfügte der Rat:
„Nachdem die Mühlen am Flutbach in trockenen Jahren nicht stets gangbar waren, hat jeder Bürger hinfort zwei Strich Mehl in Vorrat zu halten und bis Fastnacht unangegriffen behalten soll bei hoher Straf." Den Müllern wurde befohlen, auf Vorrat zu arbeiten, und jeder Müller sollte einen versperrten Mehlkasten haben (dies trotz wirtschaftlichen Aufschwungs auf allen Gebieten!);
1666 verbot der Rat ausländischen Handelsleuten und
1669 Juden das Feilhalten ihrer Waren auf dem Jahrmarkt,
1671 Juden außerdem das Hausieren.
Jahr- und Viehmärkte in Schlaggenwald
Jahrmarkt: am Montag nach Septuagesima (9. So. vor Ostern);
Viehmarkt: jeden 2. Montag im Monat, am Samstag vor Palmsonntag, am Montag nach Maria Geburt (8.9.), am Samstag vor Adam und Eva (24.12.; wenn Hl. Abend ein Sonntag, dann eine Woche früher);
Wochenmarkt: jeden Montag;
Getreidemarkt: jeden Mittwoch.
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