Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Továrna na žiletky DIU

Die Rasierklingenfabrik DIU
Im idyllischen Zechtal zwischen Sicherloh und Stellerlwald lag am Nordausgang von Schlaggenwald das Anwesen „Füßl-Mühle". Es befand sich links vom Flutbach, welcher der Mühle die Wasserenergie lieferte.

Der Vater des späteren Fabrikbesitzers Alfred Nitzsche, Hugo Alfred Nitzsche, aus Dresden kommend, erwarb den südlichen Teil der Grundfläche und errichtete darauf im Jahre 1914 eine Erzeugung von Bieruntersetzern mit Reklameaufdruck. Die Herstellung von Kistenschonern wurde später mit aufgenommen.+)

1917 richtete der Sohn und Betriebsführer Alfred Nitzsche mit einfachsten Mitteln (1. Weltkrieg) eine Nachschleiferei für Rasierklingen und Rasiermesser ein und ging allmählich dazu über, auch neue Rasierklingen im Handbetrieb herzustellen. Die Firma bot ab 1922 Rasierklingen Marke DIU (Abkürzung für Deutsches Industrie-Unternehmen) mit Handabzug an und erreichte vorerst eine Wochenleistung von 700 Stück. Neu angeschaffte und selbst hergestellte Maschinen erlaubten etwa im Jahre 1925 mit 4-5 Arbeitskräften bereits eine Leistung von täglich 3.000 Stück.

Mit der Vergrößerung des Betriebs wurde eine eigene Schlosserei notwendig, die sich auch mit der Herstellung verbesserter Spezialmaschinen für die Rasierklingenerzeugung befaßte. Die Leistung stieg auf 6.000 Stück pro Tag.

1927 kam zur Betriebsanlage ein geschmackvolles Wohngebäude.

Das Unternehmen führte die Namen „Kartonagen- und Metallwarenfabrik, Alfred Nitzsche" bzw. „Rasierklingenfabrik DIU, Alfred Nitzsche".

Zur Vervollständigung des Warenangebotes übernahm die Geschäftsleitung im Jahre 1930 die Generalvertretung der Solinger Stahlwarenfabrik Stock.

Im Jahre 1933 entwickelte und baute die Firma einen Bandstahl-Härteofen, der pro Tag 100 kg Bandstahl lieferte. Der Betrieb ließ sich beträchtlich erweitern, und bald konnten andere Hersteller mit Rohmaterial beliefert werden.

Wassermenge und Gefälle des Flutbaches machten es möglich, eine eigene Stromerzeugungsanlage einzurichten, die etwa ab 1935 Betrieb und Wohnhaus mit elektrischer Energie versorgte.

Um 1938 wurde mit der Renovierung auch eine Erweiterung des Betriebsgebäudes vorgenommen. Der Betrieb erzeugte in den Jahren vor dem Ende des 2. Weltkrieges mit rd. 30 Arbeitskräften täglich ungefähr 60.000 Stück Rasierklingen.

Die Politik der Vertreibung der deutschen Bewohner bereitete auch diesem hoffnungsvollen, aufstrebenden Unternehmen, das sich einen guten Namen gemacht hatte, ein unverdientes Ende.

Aber der Pioniergeist von Großvater und Vater lebt weiter in dem Sohn Günter Nitzsche; er wohnt mit Frau Anni, geb. Reinhold, in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein und entwirft, erprobt und baut mit Erfolg Automaten-Maschinen für alle Industriezweige in der ganzen Welt.

+) Kistenschoner: Kleine Papperinge unter dem Nagelkopf erlauben beim Öffnen der Kiste ein Fassen und Ziehen der Nägel ohne Beschädigung des Kistendeckels.

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