⟵ věta pokračuje z předchozího listu
mühlendamm wurden Gärbottiche und Gruben eingesetzt.
Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit erweiterte der Sohn das Lohmühlengebäude durch einen Anbau mit Flachbogenfenstern.
Der Enkel Franz Roßmeissl, der letzte Inhaber der Firma, absolvierte die Gerbereifachschule in Freiberg (Sachsen) und holte sich in praktischer Tätigkeit in großen Betrieben Deutschlands das Rüstzeug für eine erfolgreiche Wirtschaftsführung. Im Jahre 1903 ging der Betrieb als Erbbesitz vom Vater auf ihn über. Er leitete das Unternehmen bis zur Vertreibung im Jahre 1946. Seinem fachlichen Können und kaufmännischen Weitblick gelang es, die Ledererzeugung zu modernisieren und den Kundenkreis zu erweitern.
Um eine volle Ausnutzung der Wasserkraft des Flutbaches zu erreichen, wurde die Lohmühle vorübergehend auf dem Brettsägegelände beim Eisenbahnviadukt an der Schönfelder Straße untergebracht. Diese Lösung entsprach auf die Dauer nicht den Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit des Betriebes, und so kam es 1909 zur Aufstellung einer Dampfkraftanlage auf dem Fabrikgelände. Die Lohmühle verlagerte man inzwischen in den Brücknergarten.
Die Dampfkraft erzeugte über Dynamos die elektrische Energie für den Betrieb und konnte zusätzlich auch das Stadtgebiet und die umliegenden Dörfer, die alle damals noch keinen elektrischen Anschluß hatten, mit Strom versorgen. Schon 1910 war das Ortsnetz fertig. Die zaghafte Umstellung in den Haushalten beschleunigte der Erste Weltkrieg, weil das Petroleum fehlte. Wenige Jahre später wurde der nunmehr entstandene größere Energiebedarf durch Anschluß an das Elektrizitätswerk Unterreichenau gedeckt. Die von der Lederfabrik mit erheblichen Kosten errichtete Anlage übernahm die Stadt, die allerdings die angestrebte Verbilligung der Stromkosten nicht erreichte. Franz Roßmeissl, der die Voraussetzungen für die Einführung des elektrischen Lichtes geschaffen hatte, konnte diese Neuordnung indes nicht zufriedenstellen.
In den Kriegsjahren 1914/18 wurden Fachkräfte zum Militärdienst eingezogen, die Arbeiten oblagen nun ungeschulten Hilfskräften. Nach dem Ersten Weltkrieg galt es, den Betrieb wettbewerbsfähig zu erhalten und moderne und gefällige Ledersorten zu erzeugen. Dies machte An- und Ausbauten für die Fabrikation erforderlich. Von 1920 bis 1922 entstand das große zweistöckige Fabrikgebäude. Neueste Maschinen arbeiteten rationeller und leistungsfähiger. Ein reichhaltiges Ledersortiment in bester Ausführung fand großen Anklang, der Betrieb florierte und beschäftigte zu jener Zeit mehr als 50 Personen. Emsiges Leben erfüllte damals die Lederfabrik im Herzen unserer Heimatstadt. An den Werksgebäuden umfing uns der strenge Geruch von Gerberlohe und Leder, der aus den gefüllten Gärbottichen und Gruben vom Hofraum her zu uns drang. Wenige Meter oberhalb stand an der anderen Seite der Hauptstraße die große Lagerhalle mit Rinde aus den heimatlichen Wäldern, die den für die Ledererzeugung notwendigen Gerbstoff lieferte. Auch der Sirenenton aus der Dampfpfeife der Fabrik zum Arbeitsbeginn und -ende – die „Seffä" geheißen – gehörte zum Lebensbild der Stadt.
Die Weltwirtschaftskrise traf auch die Lederfabrik Roßmeissl sehr schwer. Durch den Zusammenbruch lederverarbeitender Betriebe und anderer Kunden ging der Umsatz stark zurück, und die Produktion kam nahezu zum Erliegen. Auch nach Überwindung der Notjahre blieb die Ledererzeugung nur in verkleinertem Umfang möglich.
Der 2. Weltkrieg vereitelte einen wirtschaftlichen Aufschwung, und in den Jahren 1945/46 setzten Beschlagnahme und Vertreibung auch dem Lebenswerk der Roßmeissl-Gerberei ein vorzeitiges Ende.
Der Familienbetrieb gehörte zum vertrauten Bild der Stadt und verschaffte vielen Bewohnern Arbeit und Brot.
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
