Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Staré cínařské řemeslo

Friedrich Tischer hat in seinem Werk „Böhmisches Zinn und seine Marken" nicht weniger als 50 verschiedene Marken von Schlaggenwalder Zinngießern abgebildet. Daraus geht eindeutig der große Umfang der einstigen Zinnverarbeitung hervor und beweist die enorme Bedeutung unserer Heimatstadt als Zinnmetropole Böhmens.

Schlaggenwalder Zinn in Amberg (Opf.)

In den Archiven oberpfälzischer Städte taucht zu unserer Freude auch der Name der alten Bergstadt Schlaggenwald in recht glanzvoller Weise auf und läßt erkennen, daß es neben artverwandten Berührungspunkten auch geistige und wirtschaftliche gab.

Im 13. und 14. Jh. kam in Amberg und Nürnberg die Eisenverzinnung auf. Die Grundlage hierzu schuf der Eisenbergbau und die Eisenverhüttung, hier vor allem im Raume Amberg/Sulzbach-Rosenberg, zu dem auch Auerbach (Opf.) zählt. Die Verzinnung war schon bei den Griechen, Galliern und Phöniziern bekannt. Bei der Blechverzinnung handelt es sich um die Verzinnung von Schwarzblechen. Das dazu benötigte Zinn bezog man aus dem Fichtelgebirge und später aus dem Kaiserwald, wobei unserer Bergstadt eine führende Rolle zufiel. Das Unschlitt (= Eingeweidefett), ein wichtiges Hilfsmittel für die Zinnerei, wird 1351 in Nürnberger Zollbüchern aufgeführt. In Nürnberg erscheinen auch Namen wie Zinner und Ziener, die aus diesem Berufszweig stammen und bei uns zu Hause waren. Außerdem erscheinen im 15. Jh. in Amberger Bürgerbüchern Namen bestimmter Familien, die sowohl in Amberg als auch in Schlaggenwald vorkamen, wie z.B. Köppl, Trötscher, Portner, Hessel, Graf, Mulz usw.

Im Jahre 1533 ließ Pfalzgraf Friedrich die Amberger Zinnblechhandelsgesellschaft gründen, die sich mit der Herstellung und dem Vertrieb verzinnter Bleche (Weißbleche) befaßte. Noch im Gründungsjahr und für die folgende Zeit sicherte sich die Gesellschaft die Belieferung mit Schlaggenwalder Zinn und bezog beträchtliche Mengen. Um 1549 waren es jährlich etwa 400 Zentner. Der damalige Zinnüberzug war etwa viermal stärker als heute, und die damit versehenen Materialien hielten Jahrhunderte.

Ein Brief der Bergstadt aus dem Jahr 1553 mit einem wenig bekannten Siegel der Stadt Schlaggenwald verdient Erwähnung.

Die Ächtung Kaspar Pflugs von Rabenstein nach dem Schmalkaldischen Krieg (1546–47) und die Beschlagnahme der Zinnbergwerke gefährdeten nur vorübergehend die Zinnversorgung Ambergs.

Nach Übernahme eines Teils der Zinnlieferungen durch die Bergstädte des Erzgebirges erlitt das Schlaggenwalder Revier einen beträchtlichen Ausfall (Ende des 16. Jhs.), und Nürnberger und Augsburger Kaufleute blieben die Hauptabnehmer.

Das Zinn der einzelnen Bergstädte wurde immer mit der Grobzinnmarke versehen. Aus Aufzeichnungen geht hervor, daß die Zinnzeichen von Schlaggenwald und Schönfeld an erster Stelle stehen.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg stellten sich für die Amberger Weißblecherzeugung und für die Zinnbeschaffung aus Böhmen beträchtliche Hindernisse ein. Schließlich kam es 1631 zur Auflösung der Zinnblechhandelsgesellschaft, und der Warenaustausch zwischen dem Egerland und der Oberpfalz erlitt eine empfindliche Einbuße.

Nach der Einstellung der Zinnblecherzeugung wird Schlaggenwald sicherlich weiter an Amberger Zinngießer geliefert haben. In den Amberger Bürgerbüchern sind im 16. und 17. Jh. wiederum gebürtige Schlaggenwalder genannt (z.B. Mulz, Hamann, Nittsch), die Bürger dieser Nordgaustadt wurden.

So strahlte der Zinnbergbau unserer Heimat noch lange in die stammverwandte Oberpfalz aus.

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