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vertrieb die Besitzer am 5.9.46 aus ihrer Heimat.
Schlaggenwalder Zinnmarken
Schon frühzeitig versahen die Zinngießer die von ihnen hergestellten Waren mit einem Güte- und Herkunftszeichen. Die Art der Kennzeichnung legten sie in der Zunftordnung fest. Bei den Zinngießern des Egerlandes herrschte lange Zeit das Dreimarkensystem vor, während in anderen Teilen Böhmens das Zweimarkensystem üblich war.
Zum Dreimarkensystem gehörte die Stadt-, die Meister- und die Zinnmarke, die in unterschiedlicher Reihenfolge auf den Zinngegenständen eingeschlagen wurden. Stadt- und Meistermarke finden wir oft vereinigt, aber auch doppelt, mitunter fehlt die Feinzinnmarke.
Die Stadtmarke kennzeichnet den Herstellungsort. In der Schlaggenwalder und Schönfelder Stadtmarke ist der böhmische Löwe sowohl mit als auch ohne Krone enthalten; häufig hält er Hammer und Schlägel in den beiden Vorderpranken. Infolge der Gleichheit der Stadtmarke unterscheiden sich die Erzeugnisse der beiden Städte nur durch die Gießernamen. Das in vielen Stadtmarken angegebene Meisterjahr des Zinngießers ermöglicht uns heute noch, das Alter mancher Zinngegenstände genau zu ermitteln.
Die Meistermarke bezeichnet den Hersteller. Auf den Schlaggenwalder und Schönfelder Erzeugnissen zeigt sie bis 1732 die Anfangsbuchstaben des Vor- und Zunamens des Zinngießers mit Hammer und Schlägel in gekreuzter Darstellung. Später finden wir auf den Meistermarken von Schlaggenwald und anderen Orten immer häufiger die volle Namens- und Ortsangabe des Meisters. An Stelle von Hammer und Schlägel führt Schlaggenwald nach 1732 häufig die Königskrone.
Die Zinnmarke gibt Auskunft über die Reinheit des verwendeten Zinns. Vor 1732 waren nur die Erzeugnisse von Schlaggenwald, Schönfeld und Petschau mit der Zinnmarke versehen. Aus rechtlichen und Konkurrenzgründen entschieden sich später die Zinngießer anderer Orte für diese Kennzeichnung durch Fein- und Probezinnmarke. Zinn mit einer Bleibeimengung von 1–10 Prozent erhielt die Feinzinnmarke, Zinn mit größeren Beimengungen die Probezinnmarke. Die Buchstaben „S.W." kennzeichneten Zinn aus den Schlaggenwalder und Schönfelder Zinngruben.
Zinnmarken
[obr] Abb. 1 Schlaggenwalder Zinnmarken nach dem Dreimarkensystem, darunter: Gütezeichen für Schlaggenwalder Zinn.
[obr] Städtemarke — Meistermarke (I·A·M) — Zinnmarke (S.W. FEIN ZINN)
[obr] S.W. GERECHT FEINZIN — S.W. FEIN BERG ZIN — FEIN ZINN — PROB ZIEN
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