Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 219
Staré cínařské řemeslo

Johann Neidhart I übernahm 1899 die väterliche Werkstatt und gab sie etwas später Bruder Emanuel ab; er starb 1915;

Emanuel Neidhart legte im gleichen Jahr (1915) das Zinngießerhandwerk nieder, wurde Lagerangestellter bei der Fa. Haas & Czjžek und starb in den zwanziger Jahren durch Betriebsunfall. Mit ihm endete die Tradition der Zinngießerfamilie Neidhart.

In Schlaggenwald waren noch mehrere Träger des Namens Neidhart als Zinngießer tätig, nämlich:

Anton Neidhart III aus Augsburg erwarb 1747 das Meisterrecht in Schlaggenwald; er war ein Geschwisterkind des Anton Neidhart I und starb 1764;

Johann Neidhart II, Sohn des Johann Neidhart I, erwarb das Meisterrecht 1850 und starb 1888;

Johann Neidhart III, Sohn des Georg Neidhart, übernahm 1842 die Werkstatt des Vaters und starb 1892.

Die letzte Schlaggenwalder Zinngießerei hielt bis zur Enteignung und Vertreibung im Jahre 1945/46 ihren Betrieb aufrecht. Karl Hanika, der 1870 das Meisterrecht für Zinngießer erlangte, gründete sie im Jahre 1877. Sein Bruder Franz Joseph erzeugte zunächst Zinnknöpfe für Fenster und Schubladen, ferner Griffe für Koffer und Särge sowie Sargschrauben. Später stellte er auch Gabeln, Löffel und komplette Eßbestecke aus Zinnstahl her. Als Modeartikel fanden von 1895 bis 1905 Spazierstock- und Regenschirmgriffe in vernickelter Ausführung guten Absatz. In jenen Jahren beschäftigte man bis zu 24 Personen. Nach 1905 ging der Verkauf von Stock- und Schirmgriffen zurück. Karl Hanika übernahm zu dieser Zeit auch die Zinngießerei Alois Neidhart und mit ihr die Herstellung von Zinndosen für Rauch-, Kau- und Schnupftabak. Er erzielte durch die Übernahme dieser Artikel eine Neubelebung seines Geschäftes. Tabakdosen fanden vor allem in Frankreich, Belgien, Dänemark, Deutschland und (Britisch-) Indien guten Absatz.

Der 1. Weltkrieg machte die erreichten Exportverbindungen zunichte. Auch für Karl Hanika galt es nun, sich nach neuen Geschäftsmöglichkeiten umzusehen. Er erwarb 1919 durch Kauf die Metall- und Zinngießerei Emanuel Neidhart und erweiterte sein Produktionsprogramm um zahlreiche häusliche und kirchliche Zinngegenstände, wie Speise- und Kaffeeservices, Schüsseln, Krüge, Pokale, Leuchter, Ampeln, Kruzifixe, Weihkessel, Taufbecken usw.

Damit setzte die letzte Zinngießerei die Tradition dieses alten Handwerks in erfolgreicher Weise fort. Tatkräftig wurde hierbei Karl Hanika von seinem Sohn Oswald und seinem Schwiegersohn Anton Grieß unterstützt. Das Zusammenspiel der Meister, ihr handwerkliches Können und ihre Liebe zum Beruf kamen dem Unternehmen zugute und führten es zum Erfolg.

In vielen Egerländer Bier- und Bauernstuben, in Privathaushalten sowie in Kirchen und Leichenhallen waren kunstvoll ausgeführte Erzeugnisse der Zinngießerei Hanika anzutreffen. Der Spielwarenindustrie lieferte die Firma aus Zinn gefertigte Bestandteile für Kindereisenbahnen, Zubehör für Puppenzimmer usw. Die beiden Kinder des Karl Hanika, Oswald Hanika und Karoline Grieß, führten das Unternehmen nach seinem Tode im Jahre 1933 unter der alten Firmenbezeichnung weiter.

Der Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Jahre 1938 eröffnete für die Zinngießerei Hanika bedeutende Absatzmöglichkeiten. Leider konnten sie durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges und der damit verbundenen Metallbewirtschaftung nicht wahrgenommen werden. Der Betrieb arbeitete dennoch bis zum Zusammenbruch im Jahre 1945 mit sieben Personen weiter.

Der tschechische Staat schritt am 15.9.45 zur Enteignung dieser letzten Zinngießerei und

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 219 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.