Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 218
Staré cínařské řemeslo

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

felder erst im Jahre 1732 unter Beitritt der Zinngießer von Petschau, Lauterbach und Einsiedel. In dieser Zunftordnung heißt es:

„Ein jeder Meister soll auch gerechtes Nürnberger Gewicht, so nicht zu leicht ist, führen, ingleichen die arbeith des gemachten Zihns auf die rechte Zehentprob machen, das fünfte Zihn, so ohne eintzige falsch Zusatz syn muß, mit drey Schlägen nebst den Stadtwappen oder anderen dergleichen Zeichen, und den Schlag mit der Kron, wie auch mit des Meisters Tauf- und Zunahmen. Die Zehentprob aber mit zwey schlägen und endlich das schlechte Zihn gar nur mit einem schlag, jedoch aber je und allemal mit des Meisters Tauf- und Zunahmen zeichnen und diesfalls so aufrichtig, als gewissenhaft handeln."

Aus der Frühzeit unseres Zinngießerhandwerks haben wir leider keine Aufzeichnungen, doch vermitteln die in Museen, Heimatstuben, Sammlungen und in Privatbesitz befindlichen Zinngeräte aus dieser Zeit ein klares Bild über die Art der Arbeiten und die Leistungsfähigkeit der alten Meister. Durch die nach genauen Richtlinien festgelegte Kennzeichnung waren Hersteller (Meister), Herstellungsort und -jahr sowie die verwendete Zinnart zu ermitteln. Unter den alten Zinngegenständen Schlaggenwalder und Schönfelder Herkunft findet man z.B. prunkvolle Altarleuchten, Ampeln, Weihkessel, Trinkgefäße, Schüsseln, Zunftgegenstände usw. Ihre mannigfachen Formen und Verzierungen lassen nicht nur die Stilepochen erkennen, sie beweisen auch die Geschicklichkeit der Zinngießermeister jener Zeit.

Joh. Thadd. Anton Peithner, Edler von Lichtenfels, schreibt in seiner Geschichte der böhm. usw. Bergwerke vom Jahre 1780: „Die Zinngießer besonders, bringen durch die vorzüglich schöne Arbeit, welche sie aus dem Schlackowalder Zinn verfertigen, jährlich schöne Summen ins Land. ... auch werden verschiedene böhmische Edelgesteine daselbst sehr künstlich geschnitten, und größtenteils außer Landes versendet."

Den größten Aufschwung erreichten die Zinngießereien unserer Heimatstadt mit der Massenherstellung von Gebrauchsgegenständen für Haus und Kirche. Dazu zählen für den täglichen Gebrauch z.B. Bestecke, Löffel, Teller, Krüge, Becher, Schüsseln; zum gehobenen Bedarf z.B. Zierdosen, Abzeichen, Wandteller; für kirchliche und sakrale Verwendung z.B. Kruzifixe, Kerzenhalter, Heiligenbilder, Orgelpfeifen, Weihrauchfässer, Weihwassergefäße, Ampeln; hier ist besonders der Taufstein in der Pfarrkirche St. Georg zu nennen, hergestellt aus reinem Zinn und mit der Jahreszahl 1581 versehen; zur technischen Verwendung z.B. Knöpfe, Griffe, Henkel und Haken.

Da unsere Zinngießereien durch die Gruben des eigenen Reviers in der Herstellung sehr preiswert waren, erlangten ihre Erzeugnisse eine beherrschende Stellung auf den Märkten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Erst mit der Verbreitung von Porzellan, Steingut und Glas im 19. Jh. und danach ging der Absatz an häuslichen Gebrauchsgegenständen aus Zinn zurück. Dadurch kamen in Schlaggenwald wie in Schönfeld die meisten Zinngießereien zum Erliegen.

Um die Jahrhundertwende gab es in unserem Heimatort noch sechs Zinngießereien, darunter die Firmen Hanika und Neidhart.

Nachstehend wird versucht, die Zinngießertradition Neidhart in kurzer Form vorzustellen:

Anton Neidhart I aus Augsburg erwarb 1743 das Meisterrecht in Schlaggenwald; er starb 1760 und hinterließ drei Söhne: Joseph, Franz und Anton Neidhart II;

Joseph Neidhart übernahm 1790 die Werkstatt des Vaters, er starb 1835; sein Sohn Alois Neidhart erwarb 1844 das Meisterrecht und starb 1899; er hinterließ zwei Söhne: Johann Neidhart I und Emanuel;

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 218 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.