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wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arztkostenübernahme und dergleichen festlegten.
König Wenzel von Böhmen, der Kaiser Karl IV. im Jahre 1378 nachfolgte, ließ nach kurzer Regierungszeit eine Handelsstraße aus Böhmen über Eger–Hof–Bayreuth–Auerbach bis Nürnberg bauen, um auf diesem Wege Erze aus dem Zinnort Schlaggenwald und dem Kupferort Kuttenberg nach Nürnberg befördern zu lassen.
So war Schlaggenwald bereits damals mit seiner jetzigen Patenstadt Auerbach (Opf.) wie auch mit der alten Reichsstadt Nürnberg, einer Hochburg des Zinngießerhandwerks, und der Stadt Bayreuth, die auf eine jahrhundertealte Zinngießertradition zurückblicken kann, verbunden. Selbstverständlich bestanden zwischen den Zinngießereien aus Nürnberg, Bayreuth und Schlaggenwald enge Verbindungen. Das beweist auch die Tatsache, daß die Zinngießerordnung, die sich die einschlägigen Handwerker aus Bayreuth und Wunsiedel im Jahre 1464 gaben, auch in Schlaggenwald und Schönfeld gültig war.
Als ein bedeutender Abnehmer unseres Zinns kann die Amberger Zinnhandelsgesellschaft hervorgehoben werden.
Gegen Ende des 16. Jhs. erschöpften sich die Lagerstätten hochwertigen Zinns in geringen Tiefen, und der Abbau in tieferen Lagen erhöhte die Förderkosten gewaltig.
Die Vorfahren eines unserer letzten Zinngießer, Oswald Hanika, wußten noch zu erzählen, daß in früheren Zeiten die Bergknappen vom Hubwerk (Marienschacht) in Holzpantoffeln von Schlaggenwald zu den Zunfttreffen nach Nürnberg gelaufen seien.
Seit 1755 befand sich in Bayreuth die „Hauptlade" für die Zinngießerzunft von Bayreuth, Kulmbach, Hof, Wunsiedel, Neustadt a.d. Aisch und Erlangen. Gemäß der genannten Zinngießerordnung mußte z.B. zu neun Pfund Zinn ein Pfund Blei gemengt werden. 1689 bestätigte der Markgraf von Brandenburg-Bayreuth diese Ordnung, und der Markgraf Friedrich erweiterte sie 1755 noch auf Probe, Zeichen und Form. Höchstwahrscheinlich werden sich die Zinngießer unserer alten Heimat diese Ordnung zu eigen gemacht haben, obwohl die direkte Verbindung zu den Zunfthandwerkern im Fichtelgebirge nicht mehr bestand. In dieser Ordnung von 1755 heißt es unter anderem: „... ein jeder, sobald er Meister ist worden, soll sich ein eisernes Zeichen verfertigen, solches vor offene Lade legen lassen, damit nicht zum Betrug ein anderer dergleichen Zeichen führen kann. Es soll ein jeder Meister auf sein Zeichen die Jahreszahl, wenn er Meister geworden wie auch die Prob mit der Zahl 8 stechen lassen ..."
Diese Zinngießerordnung hat heute noch Gültigkeit, auch wenn die Betriebe kein Blei mehr als Zusatz verwenden. Die Bleibeigabe setzt die Klangfarbe herab, und gutes Zinn muß einen Glockenklang haben. Damit das Zinn härter wird und seine poröse Eigenschaft verliert, mischt man heute zu 96% Zinn 4% Kupfer und Antimon. Alle Betriebe unserer Zeit versehen ihre Waren ohne Bleizusatz mit einem roten Siegel. Fachleute schätzen den Bleianteil der auf dem deutschen Markt angebotenen ausländischen Zinnwaren auf sechzig und mehr Prozent.
Rohzinn wird heute im Fichtelgebirge nicht mehr abgebaut; es kommt aus Malaysien und Bolivien und wird in England verhüttet.
Nach Meldungen aus unserer früheren Heimat erreichte dort die Förderung von Zinnerz 1983 ungefähr 130.000 t, im Jahre 1985 sollte sie durch eine modernisierte Anlage auf etwa 300.000 t gesteigert werden.
Die einheimischen Zinngießereien (z.B. Fa. Sturm in Bayreuth und Fa. Schmid in Marktleuthen) beziehen das Zinn in Blöcken. Der in einem Kessel eingeschmolzenen Masse (Schmelzpunkt 250 Grad) setzt man Kupfer und Antimon zu. Sie wird in Stahlformen erwärmt (Gießtemperatur um 350 Grad). Zum Guß finden Metallformen aus
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