Chodauer Fabrik ist dem Zeitraum um 1948 zuzuordnen. Die Fabrik in Schlaggenwald besteht noch, allerdings nicht mehr unter dem Firmennamen „Haas & Cžjžek". Aber solange die Niederlassungen der Firma in Wien und Budapest weiterleben, künden sie vom Schlaggenwalder Porzellan.
Der Fleiß, die Geschicklichkeit und die Qualitäten der Arbeiterschaft sowie die Tatkraft der Firmenleitung schufen in der Porzellanfabrik Haas & Cžjžek ein Unternehmen von Weltruf, das so arge Erschütterungen wie den Zusammenbruch einer Monarchie und den Zweiten Weltkrieg überdauerte.
Wer Gelegenheit hat, die Museen in Wien, Prag oder auf der Elbogener Burg, das Haus des Deutschen Ostens (HdO) in München, das Bergbau- u. Industriemuseum in Theuern b. Amberg (m. Porzellan-Sammlung a.d. Oberpf. u.d. Egerland, m. Schlaggenwalder Porzellan), gut ausgestattete Heimatstuben oder private Sammlungen zu besichtigen, oder wer noch schöne Stücke aus der alten Heimat privat besitzt, kann die Einzigartigkeit des Schlaggenwalder Porzellans bewundern.
Porzellanfabrik Sommer & Matschak
Die glänzenden Erfolge in der Porzellanfabrikation ermutigten andere Fachleute, es ebenfalls zu versuchen.
Auch in Schlaggenwald und Umgebung entstanden im Laufe der Zeit kleinere Betriebe, wie die Firma Sommer & Matschak. Das Gebäude dieses Unternehmens diente Ende des 19. Jhs. als „Spinnfabrik"+). Besitzer waren Ratgeber & Hölzl, später F.A. Hölzl. Dieser erzeugte ausschließlich Kammgarnstoffe.–
Etwa 1902 übernahm ein gewisser Waldmann dieses Gebäude und richtete darin eine Porzellanerzeugung ein. Ihm war wenig Erfolg beschieden. Nach zwei Jahren geriet er in Konkurs und zog wieder weg.
Im Jahre 1904 übernahmen Karl Sommer und Ernst Matschak den Betrieb, den sie durch Fachkenntnis, Fleiß und Umsicht schnell zu beachtlichen Leistungen brachten. Karl Sommer war vorher als Direktor, Ernst Matschak als Beamter bei der Porzellanfabrik Springer & Co in Elbogen, der nachmaligen „EPIAG" (Elbogener Porzellanindustrie AG) tätig. Nach dem Ableben von Ernst Matschak übernahm Karl Sommer dessen Anteil. Der Bau eines zweiten Brennofens erweiterte das Brennhaus. Ein angebauter Seitenflügel schaffte helle Räume für die Malerei, Druckerei, Packerei und Expedition sowie weitere Lagerräume. Durch diese Maßnahmen erhielt der Betrieb jene Gestalt, wie sie uns in Erinnerung ist. Eine zielbewußte Leitung des Unternehmens und die Tüchtigkeit und Anhänglichkeit der ungefähr einhundertköpfigen Belegschaft brachten es fertig, feine Servicewaren herzustellen, die zum größten Teil nach Amerika, Holland, England usw. exportiert wurden. Während der schweren Krisenjahre starb Karl Sommer. Sein Sohn Fritz übernahm die Leitung des Betriebes und führte ihn trotz der schweren wirtschaftlichen Heimsuchungen zu einer guten Entwicklung.
Der Zweite Weltkrieg und die zwangsläufige Einstellung der Exportlieferungen trafen auch dieses Unternehmen schwer und brachten es zum Stillstand. Danach diente das Haus als Ausweichlager für Radiolampen. Später wurden aus den Gebäuden Ruinen. Kein Rauch steigt mehr aus den Essen. Wind und Wetter treiben dort ihr Spiel, wo einst fleißige Menschenhände schafften und unsere heimische Industrie zu gutem Ansehen brachten.
+) Der Schlaggenwalder Anton Schmieger erstand 1842 den Textilbetrieb d. alt. Purschmühle in Neudek, erbaute aus der sog. „Hofpeint" u. Wiese ein neues geräum. (Kammgarn-) Fabrikgebäude u. besaß d. Betrieb bis 1873 (aus HB Lkr. Neudek 1978, S. 375).
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