Macht und Glanz der Bergbauzeit, Wohlstand der Stadt (16. Jh.)**
Die Stadt befand sich im 16. Jh. auf dem Höhepunkt ihrer Macht und ihres Glanzes. Wohlstand herrschte in den Kreisen der Bürgerschaft; der Bergbau erreichte einen beträchtlichen Aufschwung, beschäftigte viele Arbeiter und Beamte und brachte der Stadt jährlich einen bedeutenden Reinertrag. Handel und Gewerbe blühten, die Straßen nach Elbogen, Petschau und Karlsbad waren von Fuhrwerken aller Art belebt; ständig verkehrten auf der Strecke Eger–Nürnberg die Frachtwagen der Großkaufleute, Wanderer zu Fuß und zu Pferd zogen ein und aus.
Im Museum der Stadt waren 26 Wappenschilder des Bürgeradels aufbewahrt. Von den Adelsfamilien sind zu nennen:
Ulrich von Dreyling, Hauptmann,
Hans Elpogner, am Unteren Schönfeld, Rittergeschlecht,
Hans Adam Frölich, kgl. Oberamtsverwalter,
Granitzer von Gränzenstein, Bes.d.Hasenbühlhofes a.d. Hub,
Elias Günther, Bergbeamter,
Die Häßler, oberster Waldförster des Kaisers (Häßler-Säule),
Hutzelmann auf dem Wolfshofe, Stadt erwirbt diesen 1541,
Köppel von Adlersfeld, Amtswalter der Stadt,
Meyer vom Windhof, Oberamtsverw. u. Zehenter, Windweberhof,
Mulz von Waldau auf Wallhof, aus Kuttenberg,
Niedermann aus Nürnberg (Niedermannhaus am Markt),
Portner am Kugelhof, erfanden Pochmühlen und bauten Naßpochmühlen,
Familie Trötscher, lange Zeit bedeutendste Familie der Stadt,
Tichtel von Tutzing, Bärenhof am Tichtelberg, u.a.
Der reiche Verdienst fand seinen Niederschlag in der heiteren und sorglosen Lebensweise der Bürger: „Leben und leben lassen" schien ihr Grundsatz zu sein. Sie hatten es gern, wenn an ihren Festen viele Leute teilnahmen.
Die Woche über herrschte der Ernst der Arbeit. Wenn aber am Samstag die Fahne am Rathaus ausgesteckt und der Gottesdienst beendet war, löste frohes Leben den strengen Alltag ab. Bürger und Bergleute trafen sich am Alten Markt oder auf dem Platz vor dem neuen Rathaus und besahen die in den Buden zum Verkauf ausgelegten Waren. Manch frohe Runde kehrte beim Ochsenwirt oder in der Weinstube des Rathauses ein, andere wieder zogen es vor, nach Hause oder zum „Hutschn" zu gehen. Gegen Störenfriede oder Unverbesserliche wurden strenge Verordnungen erlassen. Strafen waren zu Fasnacht besonders erschwert; da gab es z.B. hartes Gefängnis, Abhauen der Hand, Stäupen (Auspeitschen), ja sogar Tod durch das Schwert. Doch das waren mehr oder weniger Schreckschüsse, und der Missetäter war froh, wenn er mit einer geringeren Strafe davonkam.
Der Rat feierte gern eine fröhliche Fasnacht. 1542 war dazu der edle Herr Kaspar Pflug geladen; hohe Persönlichkeiten erschienen, und eine fünffache Speisenfolge wurde gereicht. Die Herren vom Rat verstanden wohl zu leben, und das Volk stand ihnen nicht nach; ihre Frauen waren dabei nicht ausgeschlossen. Die weisen und gestrengen Stadtväter wußten zur rechten Zeit und am rechten Ort Ernst und Scherz zu trennen; wüste Vergehen bestraften sie hart, frohe Fasnachtscherze liebten sie, und nur im äußersten Notfall ahndeten sie diese durch eine leichte Narrenbuße.
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