Pflugschen Besitzungen, vor allem die Bergstädte Schlaggenwald und Schönfeld mit allen Bergwerken, Pochmühlen, Schmelzhütten, Vorräten, Waldungen und Wasserbauwerken.
Als Kaspar Pflug fliehen mußte, blieb ihm keine Zeit, seine Verpflichtungen zu ordnen. Dies besorgte die Stadt Schlaggenwald, welche die erforderliche Summe durch den Verkauf der Dörfer Gfell, Leßnitz und Stirn aufbrachte. Dafür erhob sie Anspruch auf das zurückgelassene Vermögen Pflugs, das man als sehr groß bezeichnen konnte: Gebäude, Bergwerke, Grubenmasse, wohl auch Barvermögen. Da aber alles unbewegliche Vermögen zugunsten des Kaisers mit Beschlag belegt worden war, blieb nur der Anspruch auf das bewegliche Vermögen übrig. Davon scheint aber die Stadt auch nichts erhalten zu haben, denn sie brachte den Anspruch darauf in einem „Revers" (schriftl. Verpflichtung) zum Ausdruck, den jeder Käufer des ehemaligen Pflugschen Wohnhauses, zuletzt Nr. 214 zu Schlaggenwald, unterzeichnen mußte: „Wenn er das Vermögen der Pfluge, das man in diesem Haus vermutet, findet, so hat er es der Gemeinde abzuliefern." Man hat tatsächlich, aber ohne Erfolg, danach gesucht, ja sogar Rutengänger bemüht.
Die Herrschaft Petschau ohne die Bergwerke erhielt der oberste Kanzler Heinrich V. von Plauen als Pfandgut gegen Erlag eines Pfandschillings.
Nach Kaspar Pflugs Flucht setzte eine einschneidende Reform ein. Kaiser Ferdinand I. erhob Schlaggenwald (Schönfeld und Lauterbach) 1547 zur kaiserlich freien Bergstadt mit allen Rechten und Pflichten einer solchen. Für Schlaggenwald wurde ein Bergamt und für den gesamten Kaiserwald ein Bergoberamt eingerichtet. Zur gleichen Zeit verlieh er der Stadt ein neues Wappen. Aus dem alten wurde die Pflugschar der Dynastie der Pflug von Rabenstein entfernt und durch den schwarzen Löwen von Plauen ersetzt. Dieses Wappen führte die Stadt bis zur Vertreibung.
Schlaggenwald hat die vom Kaiser mit Beschlag belegten Bergwerke 1549 durch einen Vertrag mit dem Herrscher erworben und führte deren Betrieb mit Geschick und Erfolg weiter. Nach einer Seelenzählung hatte die Stadt 1550 bereits 6000 Einwohner.
Kaiser Maximilian bestätigte neuerdings alle Stadtprivilegien, befahl, daß kein Unschlitt (Talg) ausgeführt werden darf, ermäßigte die zehnprozentige Zinszehentabgabe auf fünf Prozent und gab den Zinnverkauf frei. Mit 4. April 1572 erteilte er Zollfreiheit für Eisen, Kohlen, Holz und andere Stadtbedürfnisse und 1577 für die Einfuhr aller Bergwerksbedürfnisse. Die drei Stände des Königreiches Böhmen haben 1575 eine Bergvergleichung errichtet. Das kgl. Bergoberamt setzte zugunsten der Bürgerschaft die Preise für Stamm- und Klafterholz aus Montanwaldungen herab und ordnete das Verfahren in Strafsachen. Das Ohmgeld (Marktgeld, Verbrauchssteuer) erhöhte die Stadtrenten, und die Stadtfinanzen verbesserten sich. Mit der Stadt Schönfeld wurde vereinbart, daß alles Zinn in Schönfeld „loco" (zum/am Ort) Schlaggenwald zu flößen und zu wägen sei.
Die Stadt erwarb 1581 das nahe gelegene Landgut Pernhof mit Zubehör. Stadt und Bürgerschaft wurden reich.
Die erfreulicherweise wieder gesundeten Finanzen und die gefüllte Rentenkasse veranlaßten den Rat, das Schulwesen zu verbessern, ein Badehaus zu errichten und dem oft spürbaren Mangel an Mehl und Brot abzuhelfen. Die Mahlmühle der Gebrüder Siebenhühner wurde gekauft und instand gesetzt. Da aber die Mühlen am Flutbach wegen Wassermangels in trockenen Jahren nicht immer gangbar waren, hat der vorsichtige Rat angeordnet, „daß jeder Bürger hierfür zwei Strich Mehl in Vorrat schaffen und bis Fasnacht unangegriffen behalten soll bei hoher Strafe", „jeder Müller sollte einen versperrten Mehlkasten haben ..." Diese Maßnahmen hat der Rat auf Verlangen der Bergknappen ergriffen, die auf die Preisgestaltung der Lebensmittel unmittelbaren Einfluß ausübten. Im Zuge dieser Maßnahmen kaufte die Stadt auch den Wolfshof und den Kugelhof.
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