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wetteiferten die reichen Bürger im Bau schöner Häuser nach dem Vorbild der Nürnberger Patrizier. Alle zeichneten sich durch kunstvolle Haustore aus.
Um die Silberadern zwischen Schlaggenwald und dem Huberstock anfahren zu können, begann man bereits 1509 mit dem Bau des „Gesellschaftsstollens".
Auch auf den Zechen St. Barbara, St. Ursula und anderen fand man fündige Silbergänge.
Hans Pflug war ein charaktervoller, reicher, unternehmender Edelmann religiösen Sinnes, voll Eifer für den Aufschwung des Bergbaubetriebes und die Hebung des Wohlstandes der Bürgerschaft. Er förderte den Bergbau nicht nur durch Anlage und Betrieb neuer Gruben, sondern unterstützte auch die Gewerkschaften+) durch Gewährung von Darlehen und verlieh den Bergleuten mannigfache Rechte und Freiheiten. Nicht weniger als 22 Gewerkschaften betrieben damals den Bergbau, Pflugs eigene Werke nicht mitgerechnet. Ihre Kontrollsiegel bewahrte bis 1946 das Museum auf.
Energiegewinnung: Teiche, Flößgraben, Flutbach
So groß der Ertrag der Gruben auch ausfiel, genügte er doch den Anforderungen der Grubenbesitzer nicht. Die Wassermenge des kleinen Baches, der das Tal durchfloß, war zusammen mit der des Kohlseifens sowie des Ebmet- und Ohmetgrabens, die Hans Pflug 1514 von den Grafen Schlick käuflich erwarb, viel zu gering, um die zahlreichen Waschwerke, Hämmer, Mühlen und Pochwerke zu betreiben. So dachte er daran, Wasser aus der Ferne herbeizuführen, um so diesem Mangel abzuhelfen. Er setzte sich mit dem im Wasserbaufach erfahrenen A. Roßmeißl in Verbindung und beauftragte ihn, die erforderlichen Pläne auszuarbeiten.
Vertraglich erwarb Hans Pflug 1523 sämtliche Abfallwasser der Teiche und Sümpfe und die zum Anlegen der Gräben und Kanäle erforderlichen Grundstücke vom Königswarter Hochplateau bis Schönfeld/Schlaggenwald.
Auf Roßmeißls Anregung hin ließ er zunächst die aus dem Hochmoor bei Lauterbach, Filz genannt, abfließenden Wasser in eigens zu diesem Zweck angelegten großen Teichen im „Muckengrund" sammeln. Mitten in prachtvollen Fichtenwäldern von wunderbarer Ruhe und fast völliger Lautlosigkeit gelegen, standen sie an Schönheit, Einmaligkeit und Größe den vielgerühmten Böhmerwaldseen nicht nach. Das überschüssige Wasser aus dem oberen, länglichen Teil sammelte sich im unteren, mit eher dreieckiger Fläche; aus diesem floß es in den Ebmetgraben. Er führte durch tiefdunkle Wälder, an klobigen Felsen, den „Zwerghäusln", vorbei hinaus ins freie Land zum dritten großen Sammelbecken, 600 m über NN, dem Ebmetteich. Spiegelklar war sein Wasser, kein Wunder, daß es zum Baden einlud. Sein Ablauf, der Ebmetgraben, speiste noch einen vierten Teich, den „Sackdamm", und vereinigte sich dann, nach Aufnahme zahlreicher Bächlein, mit dem Flößgraben auf der Hub. Nicht weniger als 16 größere und kleinere Teiche, die vom Ebmetgraben gespeist wurden, dienten bis 1946 der Fischzucht. (Danach störte dieses ausgeklügelte „Wasserwerk" die Erschließungspläne der neuen Nutznießer. Man schüttete kurzerhand die außerhalb des Waldes gelegenen Wasserläufe zu. Heute fließt der Ebmetgraben mitten im Wald an einem Hang ungefaßt und regellos abwärts in den Reinbach.)
Noch großartiger, weil ungleich schwieriger in seinem Bau, war die Anlage eines eigenen Schwemmkanals, der, da er die Bergwerke von Schlaggenwald mit Wasser und Holz versorgen sollte, seit jeher den Namen „Flößgraben", die „Flöße" oder „Flut" führt. Er, den Johann Pflug begann, sein Bruder Kaspar Pflug von 1538–43 weiterführte und Kaiser Ferdinand I. vollendete, hat seinen Ursprung auf dem Berge Glatzen bei Marienbad, wo die
+) Gewerkschaft im Bergbau ist die Vereinigung der Teilnehmer (Gewerken) zum Zwecke des Bergbaubetriebes. Die gewerkschaftl. Anteile hießen „Kuxe".
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