Gesundheitswesen
Das Wohl und der Fortbestand der Menschheit hängt u.a. von einer hygienischen Lebensweise ab. Jeder einzelne Mensch kann durch sein Verhalten, z.B. Ernährung, Kleidung, Körperpflege, dazu seinen Beitrag leisten. Wesentliche Voraussetzungen müssen jedoch von einem öffentlichen Gesundheitswesen erbracht werden. Stichworte: Wasserversorgung, Kanalisation, Müllbeseitigung, Seuchenbekämpfung, Abbau von Umweltbelastungen usw.
In Schlaggenwald hat man sich schon sehr früh darum bemüht, notwendige Vorkehrungen zu treffen:
Um 1500 Bau einer Wasserleitung; 1529 Pflasterung der Gassen; 1534 Bestellung eines graduierten Apothekers (Gewährung einer großzügigen Starthilfe mit der Auflage, erstklassige Medikamente zu führen); 1536 Bestellung eines graduierten Arztes (gleichzeitig wurde verfügt, daß sich Bader, Organisten usw. des Kurierens enthalten müssen; Ausnahme: Pestseuchenbekämpfung). Auch Lazarette und Spitäler sowie um 1615 ein Siechenhaus wurden eingerichtet.
In der Hand der Stadt lag auch die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser. Einzelne Verbraucher, z.B. die Bergbrauerei, hatten eine eigene Wasserversorgung. Es gab nur wenige Brunnen in der Stadt, die Trinkwasser lieferten, wie z.B. die zu Brunnen ausgebauten Bergschachteingänge in der Seifertsgrün Haus-Nr. 455 und 469. Das für die allgemeine Versorgung benötigte Wasser kam aus dem sogenannten Karl-Hirschen-Stollen (oberhalb des Jahnheims). Die aus Eisenröhren bestehende Hauptleitung durchquerte Obere Gasse – Zehentplatz – Fischbrunnen am Markt und die Neustadt und versorgte über etliche Verzweigungen die angrenzenden Wohngebiete. Die Leßnitzgasse und der Alte Markt erhielten das Wasser aus dem dritten Teich. Die Seifertsgrüner Wasserleitung kam aus dem Wiesental. Die abseitigen Höfe und Gebäude besaßen eigene Brunnen oder kleine Zuleitungen. Der beabsichtigte Bau einer Hochdruckwasserleitung für den gesamten Gemeindebereich aus dem Quellgebiet „Weißer Hügel" scheiterte an der Finanzierbarkeit des Projekts.
Für die Wasserführung im Ort wurden hauptsächlich Holzstämme (Kiefern, manchmal Fichten) verwendet. In der Neustadt (gegenüber dem Spital) richtete man die Stämme zu, und in der Seifertsgrün war ein Gelände vorhanden, wo in mühevoller Handarbeit die Stämme in Längsrichtung durchbohrt wurden. Die Wasserversorgung beruhte weitgehend auf einem Rohrnetz mit öffentlichen Wasserentnahmestellen. An das Rohrnetz waren über 25 sogenannte „Röhrkästen" und einige gußeiserne Druckpumpen im gesamten Stadtgebiet angeschlossen. Es gab gemauerte, in Böschungen eingelassene oder freistehende Röhrkästen. Aus einem Brunnenständer floß das Wasser rund um die Uhr, auch im Winter, in einen Kasten (aus Stein, Beton oder Holz). Dieser hatte einen Überlauf zur Regulierung des Wasserstandes. Das nicht genutzte Wasser floß in den Flutbach, den Seifertsgrüner Bach, in Kanäle oder versickerte im Boden. Zur Entleerung des Kastens diente ein Spundloch in der Bodenplatte. Nur so war es möglich, die Anlage bei Bedarf gründlich zu reinigen. Auch die Möglichkeit, eine Wasserleitung im Gebäude zu installieren, wurde genutzt, z.B. in Gasthäusern, Fleischereien und anderen Gewerbebetrieben, aber auch in privaten Haushalten. Vorhanden war auch eine öffentliche Badestube mit Wannenbädern.
Das Kanalsystem wies erhebliche Lücken und Mängel auf. Abwasser und Oberflächenwasser, überlaufende Jauchegruben und Abflüsse von Miststellen konnten ungereinigt in die Bäche fließen oder im Erdboden versickern. Solche Verunreinigungen zogen, da es sich nur um unbedeutende Mengen handelte, damals noch keine erkennbaren Umweltschäden
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
