Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Krudum – Dr. Kempfova rozhledna

Krudum – Dr. Kempf-Warte
Am nördlichen Rand des Kaiserwaldes erhebt sich zwischen den Tälern des Lobs- und Flutbaches als Mittelpunkt dieser waldreichen Landschaft der mächtige, sagenumrankte Berg Krudum (835 m).

Selbst bis weit hinauf bewaldet, beherrscht er im Westen das Blickfeld. An manchen sichtigen Tagen, wenn Regen bevorsteht, scheint er näher und noch geheimnisvoller als sonst zu sein.

Wer den Berg besteigen wollte, hatte etwa drei Wegstunden vor sich. Der reizvolle Weg nach Dreihäuser bot alles, was jeden Naturfreund und Wanderer erfreut: verschlungene Wege durch blumige Wiesen, gewundene Bäche, malerische Teiche, tiefdunkle Wälder und verwitterten Fels. Er führte durch den geräumigen Schödlhof, an der Schoderwiese vorbei zu den Großen Radfeldern, an deren Ende uns schon der Hochwald aufnahm. Leicht bergab fanden wir, am Waldrand entlang, den idyllischen Alis- und Ullmannteich. Durch ausgedehnte Waldungen am Hasenbusch und Schippl erreichten wir über den Reinbach unser erstes Ziel, das kleine, am östlichen Fuß des Krudums weltfern gelegene Dorf. Schon bald verloren sich die der Holzabfuhr dienenden Waldwege. An einem eingebrochenen Grubenloch, an einer halb im Hang steckenden Holzhauerhütte vorüber führte ein schmaler, kaum erkennbarer Steig bergan. Weiter oben standen die Fichten dünner, niedriger, manche verkrüppelt und vom Wind niedergedrückt, andere trugen graue Flechtenbärte. Nach dem letzten, mit Granitblöcken dicht besäten Steilhang erreichten wir die freie Kuppe des doppelgipfeligen Berges.

Von droben dann, hoch über den Wäldern, unsere schöne Heimat zu sehen, geriet zu einer beglückenden Stunde des Schauens und Staunens. Weit schweifte der wundervolle Rundblick über ein prächtiges Stück Egerland: Bei guter Sicht schimmern über den nahen Hügeln und Wäldern der Umgebung fern im Westen die Ausläufer des Fichtelgebirges. Den Norden schließt die langgestreckte Bergkette des Erzgebirges mit ihrem höchsten Gipfel, dem sanft gerundeten Keilberg (1243 m), ab. Ihr vorgelagert dehnt sich, von der Eger durchflossen, ein riesiger Talkessel, in dem die zahlreichen Industrieorte Westböhmens mit ihren Fabriken, Schloten und Gruben liegen und der markante Horner Berg sowie die Karlsbader Höhen mit ihren Aussichtswarten gut zu erkennen sind. Im Osten ragen die Burg Engelhaus am vulkanisch geformten Kegel und darüber sogar die Duppauer Berge auf. Im näheren Bereich wölbt sich in nordöstlicher Richtung der mächtige Stock des Ziegenrückens, dessen Flanken steil ins Zechtal abfallen. Aus dem Kranz der Ortschaften, die sich zu Füßen des Beschauers ausbreiten, leuchten aus dem Waldesgrün die Dörfer Höfen, Nallesgrün und Dreihäuser hervor. Im Südosten begrenzen die sanftgeschwungenen Hänge in Richtung Schönfeld und der Spitzberg, im Süden und Südwesten bewaldete Höhen den Horizont.

Auf der offenen Kuppe des Krudums stand die „Dr. Kempf-Warte", ein zehn Meter hoher, viereckiger Aussichtsturm aus Stein, den die Egerländer Gmoi von Elbogen im Jahre 1932 zu Ehren des verdienstvollen Landsmannes errichtete und am 11. September einweihte.

Sie erfüllte damit Dr. Andreas Kempfs Wunschtraum, zu dem er im fernen Wien selbst den finanziellen Grundstock legte.

(Siehe Beitrag „Dörfer: Dreihäuser")

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