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werden können.
Nach seinem Eintritte in den Egerländer Verein wurde man bald gewahr, welch' neuer Stern da aufgegangen ist. Seine treffenden Bemerkungen, sein sprühender Witz, seine mundartlichen Dichtungen belebten jeden Landtagsabend. Später übernahm er das Amt des Landmarschalls und seine Führung zeitigte eine neue Blüteperiode im Verein.
Dr Kempf's Persönlichkeit wird charakterisiert durch seinen scharfen, hellen Verstand, durch seinen unversieglichen Humor und durch seine Gradlinigkeit gegen jedermann. Man soll vielleicht geschichtliche Worte nicht in Vergleich bringen mit Personen und Dingen aus dem täglichen Leben, aber wenn ich mir die Haltung Dr. Kempfs vergegenwärtige, die er im Laufe der Jahre bei verschiedenen Anlässen einnahm, da kommt mir die Erinnerung an jenen Mann unseres Volkes, von dem die Worte stammen: „Hier stehe ich, helfe mir Gott, ich kann nit anders." So dachte auch Dr. Kempf Und ob er nun vor seinen Oberen, vor Kollegen, Angehörigen oder Stammesbrüdern stand, immer war er die personifizierte Wahrhaftigkeit, unbekümmert, ob ihm daraus ungünstige Beurteilung oder Nachteil erwuchs. Er konnte eben nicht anders. Darüber ein Beispiel unter vielen: Der Ministerpräsident Graf Badeni hatte, wie erinnerlich, jene Sprachenverordnungen erlassen, die in unserem Heimatlande schließlich einen Aufruhr begegneten, den der Minister durch Polizeireiter niederschlagen lassen wollte, welche auf die Bevölkerung einhieben.
Einige Tage nach den Egerer Vorfällen kam Graf Badeni ins Theresianum, um einen kranken Neffen zu besuchen. Dr. Kempf geleitete ihn an's Krankenbett und der Minister war des Lobes voll über die Eindrücke, die er auf der Krankenabteilung erhalten, kam dann auf die persönlichen Verhältnisse des Chefarztes zu sprechen und fragte ihn: „Was sind sie denn für ein Landsmann, Herr Doktor?" „Ich bin Egerländer" antwortete Dr Kempf, aber mit einer Betonung des Wortes, daß Badeni den Faden der Rede verlor, nur noch den Dank ausdrückte für die Betreuung des Neffen und sich empfahl.
In einem „Egerländer in Wallhall" überschriebenen Artikel führt Dr. Kempf die verstorbenen Mitgieder im himmlischen Landtag vor und sagt, daß der Herrgott sich gerne auf der Egerländer Seite des Himmels aufhält, weil
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